Großer Preis von Kanada BMW feiert historischen Doppelsieg

Doppelter Erfolg für BMW-Sauber in Kanada: Robert Kubica setzte sich im teaminternen Duell gegen Nick Heidfeld durch. Pechvogel des Rennens war Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes, der in der Boxengasse Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen rammte.


Montréal - Robert Kubica hat den Großen Preis von Kanada in Montréal gewonnen und BMW-Sauber als eigenständigem Team damit den ersten Sieg der Formel 1 beschert. Der Pole siegte in einem spannenden Rennen vor seinem deutschen Teamkollegen Nick Heidfeld und übernimmt mit 42 Punkten auch die Führung in der Fahrer-Gesamtwertung vor Lewis Hamilton. Heidfeld ist mit 28 Punkten Fünfter. "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass ich den ersten Sieg für BMW hole. Es hat nur ein Hauch gefehlt", sagte Heidfeld: "Aber Platz zwei von Startplatz acht ist auch nicht schlecht. Und ich freue mich für Robert und BMW." Kubica, der im vergangenen Jahr in Kanada einen schweren Unfall erlitt, ist zugleich der erste polnische Pilot, der einen Formel-1-Sieg feiern konnte. Platz drei belegte der Brite David Coulthard im Red Bull. Timo Glock holte als starker Vierter seine ersten WM-Punkte für Toyota. Sebastian Vettel auf Toro Rosso holt als Achter einen WM-Punkt und hinderte Heikki Kovalainen im überlegenen McLaren-Mercedes über mehrere Runden am Überholen.

Da sich viele Fahrer nach dem Qualifying über den schlechten Streckenzustand beschwert hatten, versuchten die Gastgeber über Nacht zu retten, was kaum noch zu retten war. An mehreren Stellen wurde der aufbrechende Asphalt nur notdürftig geflickt. "Das ist unfassbar, das ist kein Formel-1-Standard", schimpfte Heidfeld. Es kann nicht sein, dass irgendwo nur was draufgehauen wird, was bis zum Rennen nicht trocknet", so der BMW-Pilot .

Die entscheidende Szene des Rennens war ein kurioser Auffahrunfall des bis dahin führenden Hamilton in der Boxengasse. Der McLaren-Mercedes-Pilot rammte den wegen einer roten Ampel wartenden WM-Erzrivalen Kimi Räikkönen (Finnland) im Ferrari, der ebenfalls ausschied. Nach dem Rennen zeigte sich Hamilton selbstkritisch: "Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Es ging alles so schnell. Es tut mir fürchterlich leid, ich entschuldige mich, wenn es mein Fehler war."

Die Entscheidung im internen BMW-Duell fiel in der 49. Runde, als Kubica seinen zweiten Boxenstopp einlegte. Der Pole raste wenige Meter vor Heidfeld, der mit einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs war, auf die Strecke zurück. Sein Team hatte ihm zuvor über Funk die klare Anweisung gegeben: "Du musst jetzt zehn Runden pushen, damit du nach dem Boxenstopp vor Nick bleibst." Gesagt, getan! Danach kam die Ansage: "Du bist Erster. Bring es nach Hause." Nach dem Rennen war die Freude bei BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen groß: "Das ist sensationell, das ist Klasse."

Auch der Sieger des Tages war mehr als zufrieden. "Ein fantastisches Rennen für mich, für mein Land und für die Fans, die hierhergekommen sind. So habe ich noch nie gefightet", so das Fazit von Kubica.

all/sid



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