Großer Preis von Spanien Schumacher profitiert von Häkkinens Pech

Fünf Kurven hatte Mika Häkkinen in der letzten Runde noch zu fahren, ehe er mit einem Kupplungsschaden ausfiel und Michael Schumacher den Sieg beim Großen Preis von Spanien überlassen musste.


Profitierte von Häkkinens Pech in der letzten Runde: Barcelona-Sieger Michael Schumacher
AP

Profitierte von Häkkinens Pech in der letzten Runde: Barcelona-Sieger Michael Schumacher

Barcelona - Weltmeister Michael Schumacher hat am Sonntag beim Großen Preis von Spanien in Barcelona seinen dritten Saisonsieg gefeiert. Der Ferrari-Pilot profitierte vom Ausfall des Finnen Mika Häkkinen, der im McLaren-Mercedes bis in die letzte Runde geführt hatte. Zweiter wurde der Kolumbianer Juan Pablo Montoya im Williams-BMW vor dem Kanadier Jacques Villeneuve im BAR-Honda. Schumacher führt in der WM-Wertung nun mit 36 Punkten vor dem Schotten David Coulthard, der im McLaren-Mercedes Fünfter wurde und 28 Zähler aufweist.


Ehefrau Erja schlug Hände vors Gesicht


Grenzenloser Jubel bei Ferrari, lähmendes Entsetzen bei McLaren: Bis wenige Meter vor dem Ziel hatte alles auf den ersten Saisonsieg von Häkkinen hingedeutet, der mit einer glänzenden Boxenstrategie in der 50. Runde die Führung von Michael Schumacher übernommen hatte. Als aber bei McLaren schon fast die Sektkorken knallten, lösten sich die Hoffnungen Häkkinens und des gesamten Teams buchstäblich in Rauch auf, der am Heck des Silberpfeils das drohende Unheil verkündete. Die offizielle Version des Teams lautet: Kupplungsschaden. Fassungslos schlug Häkkinens Ehefrau Erja in der Box die Hände vors Gesicht, auch McLarens "Gaststar" Michael Douglas wirkte betroffen.

Mika Häkkinen beim "Abtransport" mit Teamkollegen David Coulthard
DPA

Mika Häkkinen beim "Abtransport" mit Teamkollegen David Coulthard

"Ich bin unglaublich enttäuscht. Verdammt", fluchte Häkkinen nach dem Rennen. "Es hätte ein tolles Finish für mich sein können. Alles lief wunderbar, ich musste noch nicht einmal meinen Wagen völlig ausreizen. Ich bin förmlich gecruised." Doch dann machte ihm die Kupplung einen Strich durch die Rechnung und verhinderte seinen vierten Sieg in Folge in Barcelona.

"So hart kann Motorsport sein"


Sogar Michael Schumacher hatte Mitleid mit dem traurigen Finnen. "Es tut mir einfach leid - wir sind beide ein gutes Rennen gefahren", so Schumacher. "Als er fünf Kurven vor dem Ziel aufgeben musste, war sogar ich schockiert. Er hatte zuvor wirklich alles richtig gemacht."

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war die Enttäuschung anzusehen. "So hart kann Rennsport manchmal sein. Es tut mir Leid für Mika und das Team, sie haben keinen Fehler gemacht", sagte der Schwabe und meinte lapidar: "Der Kupplungsschaden kam eine halbe Runde zu früh."

Wenigstens Coulthard, der nach einer Startpanne auf den letzten Platz strafversetzt wurde und dann noch nach einer Kollision einen Zwangsstopp einlegen musste, rettete als Fünfter die Ehre und zwei Punkte für McLaren. Sauber-Mann Nick Heidfeld aus Mönchengladbach gewann als Sechster ebenfalls noch einen Zähler. "Vom zehnten Platz in die Punkte zu fahren - damit muss man schon zufrieden sein", bilanzierte der Mönchengladbacher seinen Arbeitstag.


Ralf Schumacher und Frentzen schieden aus


Zu den Pechvögeln des Rennens gehörten Ralf Schumacher und Heinz-Harald Frentzen. BMW-Williams-Pilot Schumacher wurde nur 14 Tage nach seinem ersten Formel-1-Erfolg in Imola auf den harten Boden der Realität zurückgeholt. An vierter Position fahren musste "Little Schu" in der 22. Runde seine Hoffnungen nach einem Dreher im Kiesbett begraben. Für den Mönchengladbacher Frentzen, der bereits beim Start kaum vom Fleck gekommen war, endete der Grand Prix im Jordan-Honda in Runde sieben nach einer Kollision mit Jaguar-Pilot Pedro de la Rosa (Spanien) ebenfalls in einem Kiesbett.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.