Heinz-Harald Frentzen Vertrag bei Jordan verlängert

Obwohl die Gerüchteküche zuletzt mächtig brodelte, bleibt Heinz-Harald Frentzen weiter bei seinem bisherigen Rennstall.


Heinz-Harald Frentzen: "Solche Fragen gehen mir auf die Nerven"
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Heinz-Harald Frentzen: "Solche Fragen gehen mir auf die Nerven"

Nürburgring - Heinz-Harald Frentzen bleibt für ein weiteres Jahr der schnellste "Postbote" der Welt. Der 34-Jährige wird trotz eines bislang unbefriedigendem Jahr auch in der Formel-1-Saison 2002 im gelben Jordan-Renner sitzen. Das bestätigte Teamchef Eddie Jordan vor dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring und beendete damit alle Spekulationen über einen möglichen Wechsel seines Fahrers zu Einsteiger Toyota.

"Das stehen wir gemeinsam durch"


"Es gibt gute und schlechte Zeiten. Momentan klappt es nicht so gut. Aber das stehen wir gemeinsam durch", sagte Frentzen, der seit 1999 für Jordan fährt. Das Gehalt des Mönchengladbachers soll auch im kommenden Jahr bei geschätzten 18 Millionen Mark liegen. Eddie Jordan ließ nie Zweifel aufkommen, dass er künftig auf die Dienste des Deutschen verzichten wolle. "Heinz-Harald Frentzen wird seinen Vertrag mit Jordan bis 2002 erfüllen", sagte der Ire, nachdem Frentzen angeblich eine Option für das zweite Jahr des Kontraktes hatte.

Damit sind die vier deutschen Formel-1-Rennfahrer vertraglich alle fix. Erst zwei Tage vor Frentzen verlängerte Ralf Schumacher vorzeitig bei BMW-Williams bis Saisonende 2004. Genauso lang steht der dreimalige Weltmeister Michael Schumacher noch bei Ferrari unter Vertrag. Nick Heidfeld ist bis 2003 ein Sauber-Mann.

Verletzung überwunden


Seinen Tiefpunkt in dieser Saison erlebte Frentzen vor 14 Tagen in Montreal, wo er nach einem schweren Unfall im freien Training auf einen Start beim Kanada-Grand-Prix verzichten musste. Sein Einsatz beim Grand Prix in der Eifel war erst am Donnerstag gesichert. Der Mönchengladbacher hatte über Sehstörungen und starke Kopfschmerzen geklagt.

Mit nur sechs Punkten belegt Frentzen in der WM-Wertung den zehnten Rang, bestes Ergebnis vor dem Nürburgring war ein vierter Platz in Malaysia. Hinzu kommt, dass der Gladbacher gegen seinen Teamkollegen Jarno Trulli (Italien) kaum einen Stich bekommt: Nur einmal bei neun Rennen gewann Frentzen das interne Trainingsduell.

"Das passt nicht zu meinem Fahrstil"


Gerüchte über sein baldiges Karriereende regen Frentzen mächtig auf. "Nur weil es mal nicht so gut läuft, soll ich aufhören? Solche Fragen gehen mir auf die Nerven", sagte der Gladbacher im Interview der Welt am Sonntag. Drei Formel-1-Rennen hat Frentzen bislang in seiner Karriere gewonnen: Imola 1997 für Williams, Magny-Cours und Monza 1999 für Jordan. Und daran will Frentzen so schnell wie möglich anknüpfen: "Jordan ist ein starkes Team. Wir arbeiten hart, um in Zukunft wieder bessere Resultate zu erreichen."

Die Ursache für die augenblickliche Talfahrt sieht Frentzen im Dienstauto, der Jordan neige zum Untersteuern. Das Auto tendiert beim Durchfahren der Kurve dazu, über die Vorderräder nach Außen zu schieben. "Das passt nicht zu meinem Fahrstil", so Frentzen. Doch Abhilfe ist nicht in Sicht. Frentzen: "Deshalb fahre ich derzeit mit einer technischen Übergangslösung."

Von Ralf Loweg, sid

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