Interview mit Michael Schumacher "Gott, lass nichts Schlimmeres passiert sein"

Michael Schumachers Freude über seinen achten Sieg im neunten Saisonrennen wird vom schweren Unfall seines Bruders Ralf getrübt. Im Interview spricht er über seine Gedanken während des Rennens und das entscheidende Überholmanöver.


Sie haben Ihren achten Sieg im neunten Saisonrennen geholt, aber mit Ihren Gedanken sind Sie sicher bei Ihrem Bruder Ralf nach dessen schweren Unfall, oder?

Michael Schumacher:

Das Resultat ist sicher zufriedenstellend, aber natürlich war es Besorgnis erregend, was am Anfang des Rennens mit meinem Bruder passiert ist. Das Schlimmste ist dann, dass man im Auto sitzt, zwar mit der Box reden kann, die aber auch nicht über jedes Detail informiert sind. Ich habe nur gehofft: Gott, lass nichts Schlimmeres passiert sein.

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie hinter dem Safety Car immer wieder an Ralfs Auto vorbeifuhren und ihn im Cockpit sitzen sahen?

Schumacher: Wir kennen Unfälle von Indianapolis und wissen, dass da einiges passieren kann. Und so, wie das Auto aussah, habe ich mir schon große Sorgen gemacht. Aber ich weiß inzwischen, dass es Ralf entsprechend gut geht. Das ist alles, was zählt.

Haben Sie die Information über Ralfs Zustand noch während des Rennens bekommen?

Schumacher: Ja, so konnte ich halbwegs beruhigt das Rennen zu Ende fahren.

Die Entscheidung über den Sieg fiel bereits, als Sie beim Neustart nach der ersten Safety-Car-Phase Ihren Teamkollegen Rubens Barrichello überholt haben. Wie kam es zu diesem Manöver?

Schumacher: Hier in Indianapolis verlässt das Safety Car spät im letzten Sektor die Strecke. Man hat dann nicht mehr so viel Zeit, sich auf den Neustart vorzubereiten. Ich kam auf der langen Gerade in den Windschatten von Rubens. Das hat es mir ermöglicht, ihn zu überholen.

aufgezeichnet von Thomas Straka (sid)

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