Interview mit Michael Schumacher "Müssen vor allem BMW-Williams fürchten"

Der Große Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring verlief alles andere als erfolgreich für Michael Schumacher. Nach seinem siebten Platz war der Ferrari-Pilot ziemlich angefressen und musste die momentane Dominanz von BMW-Williams anerkennen.


Herr Schumacher, wie tief sitzt der Frust nach dem geplatzten Reifen drei Runden vor Schluss?


Michael Schumacher:

So ist die Formel 1. Der zweite Platz war zum Greifen nah. Dass es zum Schluss doch nur zum siebten Platz gereicht hat, ist natürlich bitter. Aber damit kann ich trotzdem leben.


Was haben Sie in dem Moment gedacht, als der Reifen platzte?


Schumacher: Ich habe in den Rückspiegel geschaut und nur gehofft, dass nicht mehr kaputt gegangen ist und ich das Rennen noch zu Ende fahren kann.


Die unterlegenen Bridgestone-Reifen waren das gesamte Wochenende über schon ein Problem. Hätten Sie mit einem dritten Boxenstopp das Missgeschick vermeiden können?

Schumacher: Was der Grund für den geplatzten Reifen war, kann man jetzt noch nicht sagen. Das werden wir noch genau analysieren.

Wie haben Sie den Startunfall miterlebt, an dem ja mit Ihrem Bruder Ralf, Kimi Räikkönen und Ihrem Teamkollegen Rubens Barrichello gleich drei Mitfavoriten beteiligt waren?

Schumacher: Den Unfall habe ich kaum mitbekommen. Insbesondere dass Ralf ausgeschieden war, habe ich erst gemerkt, als ich nur noch einen BMW vor mir gesehen habe.

Welche Auswirkung hat das Rennen Ihrer Meinung nach auf den Kampf um den WM-Titel?


Schumacher: Ich habe schon längere Zeit davor gewarnt, dass wir vor allem BMW-Williams fürchten müssen. Das hat sich hier am Hockenheimring bewahrheitet. Andererseits: Ich liege in der Gesamtwertung noch vorn und werde um jeden Punkt kämpfen.

Aber gibt Ihnen die Dominanz von BMW-Williams sowohl im Training als auch im Rennen nicht zu denken?


Schumacher: Natürlich bin ich über die Dominanz nicht gerade erfreut. Aber wir haben vor drei Wochen in Silverstone gewonnen und hätten heute beinahe Platz zwei erreicht. Von einer Krise kann bei uns also keine Rede sein.

Aufgezeichnet von Holger Luhmann, sid

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