Keine Präsentation McLaren-Mercedes versteckt den neuen Silberpfeil

Als einziges Formel-1-Team wird McLaren-Mercedes diese Saison seinen neuen Boliden nicht öffentlich präsentieren. Der vergangene Serie erfolglose Rennstall erhofft sich durch die Geheimniskrämerei einen Überraschungseffekt, um die Dominanz von Ferrari brechen zu können.


Kimi Räikkönen (hier beim Renneinsatz in Sepang im März 2002) wird auf den neuen Silberpfeil etwas warten müssen
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Kimi Räikkönen (hier beim Renneinsatz in Sepang im März 2002) wird auf den neuen Silberpfeil etwas warten müssen

Stuttgart - McLaren-Mercedes beginnt die kommende Saison mit einem gewagten Pokerspiel. Obwohl sich die Gerüchte verdichten, dass der neue MP 4-18 des englisch-deutschen Rennstalls bereits fast fertig gebaut ist, wird er laut Informationen der "Bild"-Zeitung für die ersten vier Saisonrennen zurückgehalten. Der neue Bolide soll heimlich bis zur Perfektion getestet werden und bei seinem ersten Einsatz die Konkurrenz überraschen.

Deshalb müssen die Silberpfeil-Piloten David Coulthard und Kimi Räikkönen zum Saisonstart in Melbourne (9. März) mit ihrem alten Auto vorliebnehmen. Zwar wurde das Vorjahresmodell mit einer neue Motorausbaustufe versehen, doch echte Siegchancen werden McLaren-Mercedes zu Saisonbeginn nicht eingeräumt. "In den ersten Rennen würde ich uns nicht als Ferrari-Schreck bezeichnen", gibt Mercedes-Sportchef Norbert Haug zu.

Erst Mitte Februar wird der auch in puncto Aerodynamik modifizierte MP 4-18 einsatzbereit sein, zu spät für einen Start in Melbourne. Das erste Rennen soll der neue Silberpfeil am 20. April in Imola fahren. Bis dahin wird auf abgesperrten Pisten getestet. "Der späte Einsatz war von Anfang an geplant und einkalkuliert", wehrt sich Haug gegen den Vorwurf der Trödelei.

"Wir müssen zwei Schritte auf Ferrari aufholen"

Mercedes hatte nach Saisonschluss Technikspezialist Werner Laurenz von BMW-Williams abgeworben, der die Verbesserungen am Mercedes-Motor vornehmen sollte. Offensichtlich benötigt die Modifikation des Triebwerks einige Zeit. Weil in der Formel 1 zudem erst seit 1. Januar getestet werden darf, sind die Silberpfeile in ihrer Saisonplanung im Verzug.

"Wir müssen zwei Schritte auf Ferrari aufholen, deshalb machen wir keine halben Sachen", begründet Haug auch den Verzicht auf eine Präsentation des MP 4-18 vor Saisonstart. Als einziges Formel-1-Team nimmt McLaren-Mercedes deshalb von dieser PR-trächtigen Aktion Abstand. Haug ist zuversichtlich, dass die Silberpfeile damit auf dem richtigen Weg sind: "Jetzt wundern sich vielleicht alle über Mercedes. Aber wir wissen genau, was wir tun."



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