Kompromiss in der Formel 1 Fia-Chef Mosley zieht sich zurück

Die Spaltung der Formel 1 ist offenbar vom Tisch. Der Automobil-Weltverband und die Teamvereinigung haben sich auf einen Kompromiss geeinigt - und auf eine überraschende Personalie: Weltverbands-Boss Max Mosley wird nicht mehr zur Wiederwahl antreten.


Hamburg - "Jetzt haben wir Frieden." Dieser eine Satz von Max Mosley hat an diesem Mittwochmittag für große Erleichterung unter den Formel-1-Fans gesorgt. Der Brite, Boss des Automobil-Weltverbands Fia, machte damit die Einigung zwischen den Formel-1-Teams und der Fia öffentlich - und kündigte gleichzeitig an, im Oktober nicht wieder für das Amt des Fia-Präsidenten zu kandidieren. Erst am Dienstag hatte der 69-jährige Brite noch das Gegenteil erklärt.

Fia-Chef Mosley: Deal mit dem Autoweltverband
REUTERS

Fia-Chef Mosley: Deal mit dem Autoweltverband

Fest steht laut Mosley seit heute: Es wird 2010 eine einheitliche Serie geben und nicht die befürchtete Abspaltung der renommiertesten Rennställe um Ferrari, die sich im Budgetstreit mit Mosley unnachgiebig gezeigt und mit ihrem Abschied gedroht hatten. Am vergangenen Freitag hatten die acht Teams den Rückzug dann offiziell verkündet - bis sich alle nun doch noch auf einen Kompromiss verständigten. Auch die Fota bestätigte mittlerweile, auf die angedrohte "Piratenserie" verzichten zu wollen.

Dass er nun nach zwei Jahren an der Spitze des damaligen Verbandes Fisa (1991 bis 1993) und seitdem als Chef der Fia Adieu sagen wird, ist der Einigung mit den Teams in Sachen Finanzen geschuldet - der Wurzel des seit Monaten währenden Streits.

Wie genau der Deal zwischen der Teamvereinigung Fota und der Fia aussieht, ist noch nicht bekannt. "Wir haben eine Übereinkunft zur Kostenreduktion gefunden", sagte Mosley. Es werde eine Formel-1-Weltmeisterschaft geben, "aber das Ziel ist, innerhalb von zwei Jahren zu Ausgaben auf dem Niveau der frühen neunziger Jahre zu kommen", sagte Mosley nach der Sitzung des World Motor Sport Council am Vormittag.

Die Teams hatten sich von Beginn an für eine schrittweise Eindämmung der Ausgaben stark gemacht. Trotz des gemeinsamen Ziels konnten sich Fia und Fota bei einer Vielzahl von Treffen, ob am Londoner Flughafen oder an den Rennstrecken dieser Welt, bis zur Entscheidung in letzter Minute nicht auf einen Weg verständigen.

Medienberichten zufolge soll die Einigung mit dem Bekenntnis der Fota-Teams zur Formel 1 verbunden sein. Ein entsprechendes und bis 2012 gültiges Concorde Agreement, das unter anderem die Verteilung der Gelder regelt, soll demnach unterzeichnet werden. Auch mit der Bekanntgabe der offiziellen und dann wohl auch endgültigen Startliste für 2010 wurde nach dem für die Formel-1-Zukunft wohl bedeutendsten Tag seit langer Zeit gerechnet

goe/dpa



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