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20. März 2004, 12:43 Uhr

Malaysia-Grand-Prix

Schumacher überrascht sich selbst

Zum echten Härtetest haben die Formel-1-Experten den Großen Preis von Malaysia erklärt. Im Qualifying trotzte Michael Schumacher den extremen Witterungsbedingungen am besten. Der Weltmeister fuhr erneut auf die Pole Position und war nach eigener Auskunft in einem perfekten Ferrari unterwegs.

Michael Schumacher in Malaysia: "Ferrari hat mir ein absolut perfektes Auto hingestellt"
AP

Michael Schumacher in Malaysia: "Ferrari hat mir ein absolut perfektes Auto hingestellt"

Kuala Lumpur - "Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, ich bin echt überrascht. Ferrari hat mir für meine letzte schnelle Runde ein absolut perfektes Auto hingestellt", sagte Schumacher, der sich wie beim WM-Start vor zwei Wochen in Australien auch für den Großen Preis von Malaysia am Sonntag (8 Uhr, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) in Kuala Lumpur die Pole Position sicherte.

Schumacher benötigte 1:33,074 Minuten für seine Bestzeit und war damit 0,641 Sekunden schneller als Mark Webber (Australien/1:33,715) im Jaguar, der sensationell Zweiter wurde. Drittschnellster war der zweite Ferrari-Pilot Rubens Barrichello (Brasilien/1:33,756) vor dem Kolumbianer Juan Pablo Montoya im Williams-BMW (1:34,054) sowie dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes (1:34,164).

Der zweite BMW-Pilot Ralf Schumacher landete auf Rang sieben (1:34,235), der Schotte David Coulthard (McLaren-Mercedes/1:34,602) wurde Neunter, der Mönchengladbacher Jordan-Pilot Nick Heidfeld startet von Platz 15 (1:36,569) aus. Pechvogel war der Spanier Fernando Alonso, der als Geheimfavorit auf den Sieg gehandelt worden war. Der Renault-Pilot rutschte von der Strecke, strandete im Kiesbett und muss das Rennen aus der letzten Startreihe aufnehmen.

Ferrari-Star Schumacher: Pole Position in Malaysia
DPA

Ferrari-Star Schumacher: Pole Position in Malaysia

"Ich war der Meinung, dass es hier eng wird. Bis Freitag war das auch der Fall", sagte Weltmeister Schumacher, "Ich bin aber nicht traurig, dass es nicht so gekommen ist." Für den Kerpener war es die insgesamt 57. Pole Position seiner Karriere, und damit fehlen ihm nur noch acht Bestzeiten zum letzten großen Rekord des legendären Brasilianers Ayrton Senna.

An eine neue Auflage der "Formel Langeweile" wie vor zwei Jahren glaubt Schumacher indes nicht. "Das Rennen wird eine heiße Schlacht", sagt der Ferrari-Pilot voraus. Bei Temperaturen von 37 Grad Celsius im Schatten, bis zu 70 Grad im Cockpit und dazu extremer Luftfeuchtigkeit müssen viele Fahrer an ihre körperlichen Grenzen gehen. "Bei dieser Hitze werden die Reifen eine ganz entscheidende Rolle spielen", erklärte Schumacher, "auf das Auto hat das weniger Einfluss."

Die Konkurrenz hat den Sieg in Malaysia offenbar schon abgeschrieben. "Die Zeit von Michael bestätigt die Favoritenrolle von Ferrari auch bei extremen Witterungsbedingungen", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, "unsere Fahrer haben sich im erwarteten Maß gesteigert. Die Motoren haben im Qualifying den ersten echten Härtetest bestanden." Ralf Schumacher wusste nicht so recht, was er von dem Ergebnis halten sollte: "Natürlich wollten wir etwas weiter vorn sein, aber immerhin haben wir uns vom ersten zum zweiten Qualifying gesteigert. Dem Sonntag sieht der BMW-Williams-Pilot optimistisch entgegen: "Auf jeden Fall denke ich, dass wir im Rennen gut sein werden, auch wenn Ferrari weiterhin so extrem stark ist."

Auch die Vertreter von McLaren-Mercedes sind nur gedämpft optimistisch. "Wir werden stark sein. Wir haben besser gearbeitet als in Australien. Wenn es im Rennen genauso heiß ist, wird Ferrari wahrscheinlich mehr zu kämpfen haben", sagte McLaren-Chef Ron Dennis. Mercedes-Sportchef Norbert Haug kommentierte vorsichtig: "Das ist eine ordentliche Ausgangsbasis für Kimi. Das wird ein hartes Rennen - und hoffentlich für uns besser als in Melbourne."

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