Max Mosley "Formel 1 überlebt auch ohne Ferrari"

Streitfall Budgetgrenze: Nachdem Ferrari gegenüber der Fia indirekt mit Rückzug aus der Formel 1 gedroht hat, schießt deren Boss Mosley nun zurück. Auch ohne die Italiener würde die Serie fortbestehen. Im übrigen werde er den Machtkampf in der Königsklasse für sich entscheiden.


Hamburg - Fia-Boss Max Mosley will im Streit mit Ferrari über die schon beschlossene Budgetgrenze nicht einknicken. "Es wäre sehr, sehr traurig, Ferrari zu verlieren. Es ist Italiens Nationalteam. Aber die Formel 1 überlebt auch ohne Ferrari", konterte der Brite auf der offiziellen Homepage der Königsklasse die Ausstiegsdrohung des italienischen Top-Teams wegen der Begrenzung der Budgets auf freiwilliger Basis auf 45 Millionen Euro.

Fia-Boss Mosley: "Das Letzte, was diese Leute wollen, sind neue Teams"
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Fia-Boss Mosley: "Das Letzte, was diese Leute wollen, sind neue Teams"

Ferrari-Chef Luca di Montezemolo hatte in einem Brief an Mosley vor der Entscheidung des Automobilsport-Weltverbandes Fia einen Verzicht auf die Kostendeckelung gefordert. Der Italiener unterstrich die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen und warnte in diesem Zusammenhang davor, Ferraris Zugehörigkeit zur Formel 1 - die seit dem ersten Rennen 1950 Bestand hat - als garantiert anzusehen.

Mosley reagierte in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Financial Times" auf die Ferrari-Kritik an dem Beschluss, durch den Teams für den Fall einer Akzeptanz der Budgetgrenze größere Freiheiten bei der Aerodynamik und der Motorenleistung erhalten sollen, mit Entschlossenheit: "Es gibt Leute bei den derzeitigen Teams, die meinen, dass die Teams und nicht mehr die Fia oder Bernie Ecclestone die Formel 1 betreiben sollten. Das Letzte, was diese Leute wollen, sind neue Teams, die ihnen etwas davon wegnehmen könnten, was sie bisher erreicht haben. Das ist es, was momentan im Hintergrund läuft: ein Machtkampf darum, wer die Formel 1 führt. Ich würde gerne sicherstellen, dass ich das bin."

Mosley fügte hinzu, dass die Budgetgrenze in Zukunft sowohl sinken als auch angehoben werden könnte. Er warnte zudem, die Serie solle sich auf schwerere Zeiten einstellen: "Die Finanzkrise hat die Formel 1 bislang noch nicht richtig getroffen", so Mosley. "Wir haben Honda verloren, aber der echte Schlag wird kommen wenn die aktuellen Sponsorenverträge erneuert werden sollen. Im Moment gibt es noch große Sponsoren, aber die wären dieses Jahr nicht dabei, wenn sie nicht bindende Verträge hätten."

fsc/sid/Reuters



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Michael KaiRo 16.01.2009
1.
Zitat von sysopNeue Autos, neue Regeln, neue Technik: Die Formel 1 sieht 2009 ganz anders aus. Doch ändern sich damit auch die Kräfteverhältnisse? Wer ist Ihr Titelfavorit, was halten Sie von den Neuerungen in der Königsklasse?
Die Regeländerungen sehe ich weitgehendst positiv - diese dummen zigfachen Flaps sahen sowieso eher müllig aus. Hätte aber noch das "Umkleiden" der Rückspiegel wie es Ferrari jetzt getan hat, verboten - die waren wohl clever und fanden ne Lücke ;-) Die Kräfteverhältnisse dürften sich wohl eher marginal verschieben. Da bleibe ich Realist. Vor allem wünsche ich mir, dass mehr Entscheidungen auf der Rennstrecke fallen als am grünen Tisch. Aber das dürfte wohl Wunschdenken bleiben. Die Meisterschaft wird immer (nach Möglichkeit) bis zum letzten Rennen offen gehalten werden, egal ob Regelkonfrom oder nicht. Ansonsten: Schade, dass es die Sportwagen-WM der Prototypen nicht mehr gibt :-(
Cholerix, 16.01.2009
2.
Zitat von Michael KaiRoDie Regeländerungen sehe ich weitgehendst positiv - diese dummen zigfachen Flaps sahen sowieso eher müllig aus. Hätte aber noch das "Umkleiden" der Rückspiegel wie es Ferrari jetzt getan hat, verboten - die waren wohl clever und fanden ne Lücke ;-) Die Kräfteverhältnisse dürften sich wohl eher marginal verschieben. Da bleibe ich Realist. Vor allem wünsche ich mir, dass mehr Entscheidungen auf der Rennstrecke fallen als am grünen Tisch. Aber das dürfte wohl Wunschdenken bleiben. Die Meisterschaft wird immer (nach Möglichkeit) bis zum letzten Rennen offen gehalten werden, egal ob Regelkonfrom oder nicht. Ansonsten: Schade, dass es die Sportwagen-WM der Prototypen nicht mehr gibt :-(
Dem würde ich mich nachdrücklich anschlieesen wollen ! Was die 2009er F1 anbelangt: Potthäääässlich. Bislang hatten Autorennen auch stets ein ästhetisches Element. Das Thema ist in der F1 nun aber durch. Bedingt durch die Regeländerungen ist da nun was entstanden, was noch grauenhafter aussieht als in den Vorjahren diese ganzen angepappten aerodynamischen Hilfkonstruktionen. Ich fürchte, das könnte mein verbliebenes Interesse an der F1 beenden. Ich hätte zudem eine Rückbesinnung auf die "Bastelstuben" früherer Jahre bevorzugt. Die Konzerne haben letztlich noch jede gute Motorsportserie mit Geld kaputtbekommen. Gerade auch Mercedes (u.a. FIA GT97 und Gruppe C)
lynx2 16.01.2009
3. Geld kaputt machen?
Zitat von CholerixDem würde ich mich nachdrücklich anschlieesen wollen ! Was die 2009er F1 anbelangt: Potthäääässlich. Bislang hatten Autorennen auch stets ein ästhetisches Element. Das Thema ist in der F1 nun aber durch. Bedingt durch die Regeländerungen ist da nun was entstanden, was noch grauenhafter aussieht als in den Vorjahren diese ganzen angepappten aerodynamischen Hilfkonstruktionen. Ich fürchte, das könnte mein verbliebenes Interesse an der F1 beenden. Ich hätte zudem eine Rückbesinnung auf die "Bastelstuben" früherer Jahre bevorzugt. Die Konzerne haben letztlich noch jede gute Motorsportserie mit Geld kaputtbekommen. Gerade auch Mercedes (u.a. FIA GT97 und Gruppe C)
Wieso? Mercedes hat's doch! Wenn Chrysler abschmiert müssen sie nochmals eine schlappe Mrd. nachschießen. Für F1 reicht es noch dicke. Das zeigt nur, daß die Autohersteller immer noch genügend Geld haben für diesen Firlefanz. Wo ist da eine Autokrise? Daimler kann über seine Autofinanzierungstochter ja eine 100 Mio oder mehr einsacken an Staatsknete und damit weiter auch F1 finanzieren. Ist doch schön!
myspace 16.01.2009
4. .
Einheitsreifen, keine Schlupfkontrolle mehr - diese Jahr kommt es wieder auf das fahrerische Können an. Plus: Durch die neuen Aerodynamikregeln wird der Abtrieb deutlich gesenkt, gut möglich, daß es wieder ein bißchen Action mit richtige Überholmanövern gibt.
metbaer 17.01.2009
5.
Ich bin gespannt, was die neuen Regeln bringen. Vielleicht schaue ich die Formel 1 dann auch wieder mit etwas mehr Freude... die letzten Jahre machte die NASCAR- Serie in den USA dann doch mehr Spaß. Warum? Weniger Aerodynamik, weniger Elektronik, weniger Schnickschnack und einfach mehr fahrerisches Können.
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