McLaren-Mercedes Haug traut Heidfeld nichts zu

Erneut hat Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Verpflichtung des jungen Finnen Kimi Räikkönen gerechtfertigt. Zu Lasten von Nick Heidfeld.


Sauber-Pilot Nick Heidfeld: "Gute Entwicklungsmöglichkeit"
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Sauber-Pilot Nick Heidfeld: "Gute Entwicklungsmöglichkeit"

Hamburg - "Wir haben nach wie vor die Option, mit Nick Heidfeld zusammenarbeiten zu können. Die Option auf Kimi Räikkönen hatten wir nicht, daher haben wir ihn geholt. Wir glauben, das war der richtige Schritt", sagte Haug in einem Interview mit dem Internet-Anbieter "Sport1".

Der Finne hatte in der abgelaufenen Saison sein Formel-1-Debüt als Teamkollege Heidfelds beim Schweizer Rennstall Sauber-Petronas gegeben. Dabei war er in Sachen WM-Punkte vom Deutschen abgehängt worden. In einem der Konkurrenz unterlegenen Auto schaffte Räikkönen neun, Heidfeld immerhin zwölf Zähler. Nach der Verpflichtung des Finnen als Nachfolger seines Landsmannes Mika Häkkinen durch McLaren-Mercedes hatte Heidfeld sich verärgert gezeigt.

Eine strategische Entscheidung

Experten hatten die Verpflichtung Räikkönens als eine strategische bezeichnet. Denn angeblich soll auch McLaren-Mercedes-Konkurrent Ferrari am "Shooting Star" aus Skandinavien interessiert gewesen sein. Die "Silbernen" mussten handeln und zahlten für den jungen Finnen eine hohe Ablöse an Sauber. Heidfeld wäre billiger zu haben gewesen.

Haug rechtfertigt die Einkaufspolitikolitik: "Das war keine Entscheidung contra Heidfeld, sondern pro Räikkönen. Nick hat weiter die Möglichkeit, sich gut zu entwickeln." Aber spätestens wenn der Motorsportchef über die marketingtechnische Notwendigkeit eines deutschen Fahrers in einem McLaren-Mercedes-Boliden spricht, wird klar, wie Haug Heidfeld wirklich einschätzt.

"Das mit dem deutschen Fahrer funktioniert in Deutschland gut, wenn dieser erfolgreich ist. Wenn aber zum Beispiel Juan Pablo Montoya vor Ralf Schumacher fährt, dann haben Ralf und BMW-Williams auch weniger Freude mit den deutschen Medien", sagt der Motorsportchef. Im Klartext: Haug vermutet bei Räikkönen ein größeres Potenzial als bei Heidfeld. Und deswegen hat man sich bei McLaren-Mercedes für die Verpflichtung des Finnen entschieden.

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