Michael Schumacher "Kann mich nicht richtig freuen"

In einem Gespräch äußert sich Michale Schumacher über das Pech seines Konkurrenten und die eigenen Reifenprobleme auf den letzten sieben Runden.


Das Siegespodest von Barcelona: Juan Pablo Montoya, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve
EPA/DPA

Das Siegespodest von Barcelona: Juan Pablo Montoya, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve

Alles sah nach einem souveränen Triumph von Mika Häkkinen aus, dann kam der plötzliche Ausfall des Finnen in der letzten Runde. Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?


Michael Schumacher:

Als Mika in der letzten Runde ausrollte, war ich wirklich schockiert. Es ist bitter, in letzter Sekunde den Sieg auf diese Weise zu verlieren. Ich fühle mit ihm, kann mich daher nicht so wirklich freuen. Er hätte es wahrlich verdient, zu gewinnen. Aber so ist Motorsport eben.


Im Ziel haben Sie sofort Mika Häkkinen aufgesucht. Was haben Sie ihm in diesem für ihn so bitteren Moment gesagt?


Schumacher: Ich habe ihm mein Bedauern ausgesprochen und ihm ein Kompliment für seine tolle Leistung ausgesprochen, obwohl ihm das wohl kaum ein Trost war. Mika muss sich ziemlich schlecht fühlen. Auch ich habe solche schwarzen Augenblicke durchgemacht und weiß, wovon ich spreche.


Dennoch nehmen Sie die Punkte gerne mit...


Schumacher: Einer muss eben gewinnen, und das können irgendwann mal wichtige Zähler sein. So nahe nebeneinander liegen in der Formel 1 eben Sieg und Niederlage.


Ab der 50. Runde haben Sie kontinuierlich Zeit verloren und vor der letzten Runde bereits 42 Sekunden Rückstand auf Häkkinen gehabt. Woran hat es gelegen?


Schumacher: Leider hatten wir mit dem letzten Satz Reifen erneut Probleme. Nach dem zweiten Boxenstopp spürte ich auf einmal starke Vibrationen und wollte nichts mehr riskieren. Da wir einen großen Vorsprung auf die Verfolger hatten, habe ich etwas zurückgeschaltet. Wir haben sogar über einen weiteren Reifenwechsel nachgedacht.


Beunruhigt Sie das Reifenproblem?


Schumacher: Keineswegs. Wir werden sicherlich eine Lösung dafür finden. Kein Grund, sich für den Rest der Saison jetzt Sorgen zu machen. Der Rest des Autos ist dafür perfekt gelaufen. Wir sind nahe am Optimum.


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