Michael Schumacher Kein Kommentar zu den Beleidigungen

Obwohl ihm eine italienische Zeitung Einfältigkeit unterstellt hat, will sich Michael Schumacher seine derzeit gute Laune nicht verderben lassen. Für Donnerstag steht der Empfang in Mugello an.


Michael Schumacher: Noch nie ein Buch gelesen
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Michael Schumacher: Noch nie ein Buch gelesen

Hamburg - Michael Schumacher hat gelassen auf die schweren Beleidigungen aus Italien drei Tage nach dem Gewinn seiner vierten Formel-1-Weltmeisterschaft reagiert. "Dazu geben wir nun wirklich keinen Kommentar ab", sagte Pressesprecherin Sabine Kehm am Mittwoch.

Im allgemeinen Freudentaumel nach dem vorzeitigen WM-Triumph hatte sich die römische Tageszeitung "Il Messagero" plötzlich mit einem giftigen Artikel über die vermeintlichen Charakterschwächen des Deutschen zu Wort gemeldet und teilweise absurde Begründungen geliefert. Stichwort Geiz: Schumacher habe niemals jemandem Kaffee angeboten, nicht mal seinem Ferrari-Boss Luca di Montezemolo. Für seine Mechaniker gebe es zwar ab und zu Geschenke, aber die seien von Sponsoren bezahlt.

Halb Kerpen gekauft"


"Er hat seine Marmelade in Deutschland gekauft, weil sie in der Schweiz zu teuer ist. Er lebt in der Schweiz, um den Fiskus zu umgehen", so das Blatt weiter. Er kontrolliere täglich seine Ausgaben, auch wenn er jetzt fast eine halbe Million pro Tag verdiene. Er habe einen Jet, ein Chalet in Norwegen, halb Kerpen gekauft, besitze acht Autos, fünf Motorräder, sechs Hunde, mehrere Fahrräder und wolle in der Schweiz in eine neue Millionen-Villa umziehen.

Doch damit nicht genug. Schumacher sei nur im Familienkreis menschlich, weine nur aus Freude, habe keine echten Freunde und verkehre nur mit denen seiner Frau Corinna. Ein Buch habe er noch nie gelesen und die italienische Sprache interessiere ihn nicht: "Das würde zu viel Mühe kosten, und für Schumi ist Zeit Geld."

Rückendeckung von der "Bild"-Zeitung


Immerhin sprang die "Bild"-Zeitung dem deutschen Sporthelden zur Seite. Demnach soll Schumacher einen großen Freundeskreis besitzen, im letzten Urlaub zwei Bücher hintereinander gelesen haben und italienisch teilweise bis 22 Uhr im Hotel lernen. Schumacher: "Aber die Teamsprache ist Englisch. Auch bei Ferrari, deshalb tue ich mich mit dem Italienisch sprechen noch schwer."



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