Mixed Zone Mercedes für Aufpasser, Wirbel um Schumacher und Beyer

McLaren-Mercedes steht dem Einsatz eines Sonderbeobachters für die Piloten Alonso und Hamilton beim Formel-1-Saisonfinale in Brasilien positiv gegenüber. Bei der Rallye-WM ist Vorjahressieger Loeb gut unterwegs. Radprofi Stefan Schumacher sorgt erneut für Unruhe.


Hamburg - Der Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes begrüßt den möglichen Einsatz eines Sonderbeobachters in der Teambox beim Großen Preis von Brasilien am 21. Oktober in Sao Paulo. "Alles was hilft, die Gleichbehandlung zu demonstrieren, wird von mir unterstützt", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug heute der Deutschen Presse-Agentur dpa. Dies gelte, auch wenn es absolut ersichtlich sei, dass eine Gleichbehandlung zwischen Lewis Hamilton und Fernando Alonso stets stattgefunden habe. Nach Unterstellungen des in der WM-Wertung hinter Hamilton liegenden Alonso beantragte die spanische Föderation beim Internationalen Automobilverband Fia, für die Qualifikation einen Sonderbeobachter abzustellen.

Mercedes-Piloten Hamilton, Alonso: Hartes Duell
AP

Mercedes-Piloten Hamilton, Alonso: Hartes Duell

Der französische Weltmeister Sébastien Loeb hat sich im Citroen C4 am ersten Tag des 13. Laufes zur Rallye-Weltmeisterschaft auf Korsika die Führung gesichert. Nach fünf gewerteten Asphaltprüfungen verwies der Vorjahressieger seinen finnischen Titelrivalen und WM-Spitzenreiter Marcus Grönholm im Ford Focus um 4,8 Sekunden auf Rang zwei. Grönholms Landsmann und Ford-Teampartner Mikko Hirvonen schied nach einem Unfall ohne Personenschaden vorzeitig aus. Mit einem Rückstand von 18,5 Sekunden belegte Loebs spanischer Teamkollege Daniel Sordio den dritten Tagesrang.

Das von Ex-Box-Weltmeister Markus Beyer angekündigte Comeback droht nicht im Ring, sondern vor Gericht ausgetragen zu werden. Der dreimalige Champion im Supermittelgewicht und sein bisheriger Arbeitgeber Sauerland Event stehen sich scheinbar unversöhnlich gegenüber. Wie die "BZ" berichtet, besteht Beyer darauf, bis zum Ende seines Vertrages am 31. Dezember auf einer Veranstaltung des Berliner Boxstalls eingesetzt zu werden. Beyer hatte am 18. August angekündigt, seine Karriere fortzusetzen. "Zu spät", behauptet Wilfried Sauerland. Der Promoter führt eine Klausel an, nach der Beyer bis zum 30. Juni seine Arbeitskraft hätte zur Verfügung stellen müssen: "2007 haben wir keinen Termin mehr frei", sagte Sauerland, der aber bereit ist, Beyer freizugeben. "Ich habe nichts dagegen, wenn er auf einer Universum-Veranstaltung auftritt."

Der geplante Auftritt von Radprofi Stefan Schumacher im Sportausschuss des Deutschen Bundestages ist bei den sportpolitischen Sprechern der Parteien auf heftige Kritik gestoßen. Die Absicht des WM-Dritten, nach dem gegen ihn gerichteten und später vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR)verworfenen Doping-Verdacht vor dem Ausschuss Rede und Antwort stehen zu wollen, lehnten nahezu alle Obleute ab. Detlef Parr von der FDP betonte, der Sportausschuss sei "kein Anti-Doping-Inquisitor": "Die Sitzungen dürfen keinesfalls zu Sporttribunalen ausarten. Es wird schon gespottet, dass wir demnächst sogar Doping-Proben selbst entnehmen." Auch CDU-Politiker Klaus Riegert hat für das Vorhaben nur wenig Verständnis: "Ich halte das für kompletten Blödsinn."

Die nächste Sitzung findet am 24. Oktober statt, bislang steht das Thema Schumacher jedoch nicht auf der Tagesordnung. Der Gerolsteiner Profi Schumacher hatte nach auffälligen Blutwerten bei einer Trainingskontrolle vom 25. September, die mit einer Durchfallerkrankung erklärt werden konnten, alle seine Werte dem Weltverband UCI und dem BDR offengelegt. Zudem wies eine Urinprobe des Nürtingers vom selben Tag ein negatives Ergebnis auf.

Schumachers Teamkollege Davide Rebellin hat seinen Vertrag beim Team Gerolsteiner um ein weiteres Jahr bis Ende 2008 verlängert. Der 36 Jahre alte Klassiker-Spezialist fährt seit 2002 für den Radrennstall von Hans-Michael Holczer. Als zweiten Neuzugang nach dem Erfurter Stephan Schreck (von T-Mobile) gab Gerolsteiner die Verpflichtung des 25-jährigen Italieners Francesco De Bonis bis 2009 bekannt. Ihre Laufbahn beenden die Schweizer Beat Zberg und Marcel Strauss; die Verträge von Thorsten Hiekmann (Jena) und David Kopp (Köln) werden nicht verlängert.

Eishockey-Nationalspieler Christoph Schubert hat mit den Ottawa Senators seine erste Saisonniederlage in der NHL kassiert und damit den vereinsinternen Startrekord verpasst. Ottawa verlor nach fünf Siegen infolge gegen die Carolina Hurricanes mit Nationalmannschafts-Kollege Dennis Seidenberg 3:5. Matchwinner für den Stanley-Cup-Sieger von 2006 war der frühere Berliner Stürmer Erik Cole mit zwei Treffern. Dennoch führt Ottawa die Tabelle in der Northeast Division mit zehn Punkten souverän an. Unterdessen fuhr Jochen Hecht mit seinen Buffalo Sabres dank eines ungefährdeten 6:0 gegen die Atlanta Thrashers den ersten Saisonsieg ein. Hecht konnte sich aber nicht in die Scorerliste eintragen.

pav/dpa/sid



insgesamt 213 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
DJ Doena 04.07.2007
1.
Es hätte mich eher der Fakt überrascht, dass es keine Spionage geben sollte.
amrod, 04.07.2007
2.
Zitat von DJ DoenaEs hätte mich eher der Fakt überrascht, dass es keine Spionage geben sollte.
Seh ich auch so. Ferrari hat in den letzten Jahren genauso schmutzige Tricks (und mit Sicherheit auch Spionage) angewandt, wie alle anderen Teams auch. Die Leistungen von Mercedes mit Spionage in Verbindung zu bringen ist allerdings Blödsinn. Die hätten ihr Auto niemals so schnell mit Ferrari-Technologie aufmotzen können. Höchstens gezielte Sabotage an den Ferraris wäre eine Erklärung. Aber soweit wollte wohl selbst der Autor (offfensichtlich ein Ferrari-Fan) nicht gehen...
TommIT, 04.07.2007
3.
Zitat von amrodSeh ich auch so. Ferrari hat in den letzten Jahren genauso schmutzige Tricks (und mit Sicherheit auch Spionage) angewandt, wie alle anderen Teams auch. Die Leistungen von Mercedes mit Spionage in Verbindung zu bringen ist allerdings Blödsinn. Die hätten ihr Auto niemals so schnell mit Ferrari-Technologie aufmotzen können. Höchstens gezielte Sabotage an den Ferraris wäre eine Erklärung. Aber soweit wollte wohl selbst der Autor (offfensichtlich ein Ferrari-Fan) nicht gehen...
Sagen sie einmal?? Bei allem Respekt warum neigen kleine Leute immer zu diese 'Ich will als Kleiner von allen gleich besch... werden Logik? Stehen wir da drauf? Ich nicht! Ferrari hat beschissen Es wurde bewiesen Raus mit Ferrari aus der Saison Mercedes hat besch... Raus mit Mercedes Solange alle raus bis ich mit dem alten VW Käfer die Formel 1 WM gewinnen kann. Es gibt nichts bekloppteres als der Masochistische Kleindumm Fan.Immer will er gleich aus Gerechtigkeitsgünden von allen teams angep..... werden für seine 300 Euro Gold Karte.... Wir Deutschen Fnas haben in der Hinsicht echt einen an der (Gerechtigkeits)klatsche... oder ist das etwa eine reine Präkariatsmacke? Übrigens 70% der Verkehrstoten sind Männer... Quotenregelung aus Gerechtigkeit? So gut Hamilton auch sein mag als Fahrer, zur Entwicklung des F1 McLaren kann er noch nict soviel beigetragen haben!
Klo, 04.07.2007
4.
Zitat von sysopWie sauber geht es in der Königsklasse des Motorsports zu? Mit welchen versteckten Tricks verschaffen sich die Teams Vorteile gegenüber der Konkurrenz und wie kann man Ihrer Meinung für mehr Ausgeglichenheit zwischen kleinen und großen Rennställen sorgen?
Werksspionage ist das Doping der Formel 1. Wieso sollte es das ausgerechnet dort nicht geben?
tschoemitoe, 04.07.2007
5. schon eklatant
Ferrari war anfangs total überlegen, dann kam plötzlich ein riesen Schritt von McLaren, der zeitlich komischerweise ziemlich genau mit den dargestellten Vorwürfen passt. Das sind natürlich keine Beweise, aber schon deutliche Indizien. Fakt ist, dass z.B. McLaren anfangs erhebliche Probleme mit den neuen Bridgestone-Reifen hatte. Diese wurden in Monaten der Vorbereitung auf die Saison nicht gelöst, dafür dann aber innerhalb weniger Wochen während der Saison?! Komischer Zufall... Ob Ferrari oder wer auch immer auch schon mal betrogen hat, spielt doch gar keine Rolle. Von Spionage wurde in den letzten Jahren immer mal wieder gesprochen, aber als Primus hatte es Ferrari wohl nicht nötig, selbst zu spionieren. Toyota wurde beschuldigt, bei Ferrari spioniert zu haben, jetzt McLaren. Ich denke auch, dass diese Form der Industriespionage durchaus üblich ist. Dennoch eher unangenehm, wenn sowas ans Licht kommt... Ferrari hat sich den Mitarbeiter selbst zum Feind gemacht, daher war soetwas eigentlich absehbar. Genauso glaube ich es nicht, wenn McLaren behauptet, die erhaltenen Informationen nicht verwendet zu haben...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.