Neue Aufgabe Schumacher wechselt in Ferrari-Geschäftsführung

Vom Cockpit an den Schreibtisch? Die neue Aufgabe von Formel-1-Rekordmeister Michael Schumacher könnte diese Vermutung nahe legen. Aber keine Angst: Der Deutsche müsse "nicht im Büro" erscheinen, sagte Ferrari-Präsident di Montezemolo. Schumacher wird Assistent von Jean Todt.


Monza - Schumacher soll Todt hinsichtlich der Entwicklung in der Formel 1 beraten und mit seiner Erfahrung unterstützen. "Wir versuchen, das große Wissen von Schumacher für sportliche, technische und strategische Entscheidungen zu nutzen", sagte Todt am Rande der "Ferrari-Days" in Monza, wo 40.000 Tifosi dem deutschen Formel-1-Rentner einen rauschenden Abschied bescherten.

Ferrari-Troika: Geschäftsführer Todt, Assistent Schumacher, Präsident di Montezemolo
DPA

Ferrari-Troika: Geschäftsführer Todt, Assistent Schumacher, Präsident di Montezemolo

"Im Dezember werde ich mein neues Leben beginnen. Im Moment möchte ich mich erstmal ein bisschen von der Formel 1 entfernen, um mir Gedanken über mein neues Leben und darüber zu machen, was ich für Ferrari tun kann", sagte Schumacher auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Todt und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Ferrari schenkt mir viel Vertrauen und gibt mir Freiheit für meine Entscheidungen. Ich befinde mich in einer einzigartigen und außergewöhnlichen Situation", erklärte der 37-Jährige, der eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ferrari-Team, mit dem er fünf seiner sieben WM-Titel gewann, schon lange angedeutet hatte.

Schumacher wird als Assistent des zukünftigen Ferrari-Geschäftsführers Todt jedoch nicht zum Schreibtischtäter. "Michael muss nicht im Büro anwesend sein, auch nicht bei Tests oder den Grand Prix. Aber er wird eine nötige Schnittstelle für wichtige Entscheidungen sein", erklärte Todt, der bisher Teamchef des Formel-1-Teams war. Neben dem Franzosen werden der Scuderia 2007 auch der Technische Direktor Ross Brawn sowie Motorenchef Paulo Martinelli fehlen. Beide ziehen sich zurück, Brawn wird aber möglicherweise nach einem Urlaubsjahr zu Ferrari zurückkehren. Den Platz von Schumacher im Cockpit übernimmt 2007 der Finne Kimi Räikkönen, der von McLaren-Mercedes zu Ferrari kommt. Zweiter Pilot bleibt der Brasilianer Felipe Massa.

In Monza wurde der erfolgreichste Formel-1-Fahrer aller Zeiten mit etlichen Transparenten gefeiert. "Schumi, keiner ist wie Du", "Schumi, eine Legende" oder "Danke, Schumacher" war dort zu lesen. Der Deutsche, insgesamt sieben Mal Weltmeister, zeigte bei Demonstrationsrunden ein letztes Mal sein Können am Lenkrad.

goe/sid



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.