Neuer Silberpfeil Kampfansage an den "roten Hai"

Nach langer Wartezeit wird McLaren-Mercedes erstmals sein neu entwickeltes Formel-1-Auto mit der Typenbezeichnung MP4-18 testen. Bei allem Optimismus über die Schnelligkeit des neuen Boliden will die Mannschaft um Kimi Räikkönen und David Coulthard in Sachen Renneinsatz nichts überstürzen.



Le Castellet - McLaren-Mercedes-Testpilot Alexander Wurz aus Österreich wird am Mittwoch im französischen Le Castellet den neuen MP4-18 von McLaren-Mercedes einem ersten Härtetest unterziehen. Drei Tage sind für die Testfahrten anberaumt. Falls alles nach Plan verläuft, könnte der neue "Silberpfeil" beim Großen Preis von Frankreich am 6. Juli in Magny-Cours seine Rennpremiere geben.

Simulationen sollen einen Zeitvorteil von einer Sekunde gegenüber dem in dieser Saison eingesetzten Vorjahresmodell ergeben haben. "Das neue Auto sieht großartig aus, völlig anders als der Rest der Formel 1. Es sieht auch anders als der neue Ferarri aus. Im Cockpit ist alles sehr kompakt geworden", berichtete Wurz nach einer ersten Sitzprobe im neuen Boliden.

Perfekt auf die Michelin-Reifen abgestimmt


Der MP4-18 weist sichtbare Unterschiede zu seinem Vorgänger auf. Dazu gehören eine kürzere und niedrigere Fahrzeugnase und ein kompakteres Heck, die Form der Heckverkleidung ähnelt einer Rückenflosse. Der neue Mercedes-Benz Motor FO 110P V10 ist tiefer eingebaut, wodurch der Schwerpunkt des Fahrzeugs weiter abgesenkt wird. Die Aerodynamik soll nach Hunderten Stunden im Windkanal deutlich verbessert worden sein, der Bolide ist perfekt auf die Michelin-Reifen abgestimmt, und beim Bau wurden neuartige Materialien verwendet.

"In dieses Auto wurde wahrscheinlich mehr Forschung investiert als in jedes andere, an dem ich gearbeitet habe. Die Ergebnisse unserer Simulation für den MP4-18 sind viel versprechend und stellen im Vergleich mit dem MP4-17D einen deutlichen Fortschritt dar", erklärte Technikchef Adrian Newey, "jetzt sind wir wahnsinnig auf den ersten Test gespannt." McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh erhofft sich von dem neuen Boliden einen deutlichen Schritt nach vorn: "Es ist unser langfristiges Ziel, regelmäßig um Siege zu fahren."

"Einen Schritt nach vorne machen"


Der neue Rennwagen soll aber erst dann eingesetzt werden, wenn er absolut zuverlässig ist. Daher werden parallel zur Premiere des neuen Autos WM-Spitzenreiter Kimi Raikkönen (Finnland), David Coulthard (Schottland) sowie Testfahrer Pedro de la Rosa (Spanien) in Le Castellet den MP4-17D weiter entwickeln. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug freut sich jedoch schon jetzt auf das neue Auto: "Der Formel-1-Motor FO 110P V10 wurde von Grund auf neu entwickelt. Wir wollen einen weiteren Schritt nach vorn machen und wesentlich zur Leistungsfähigkeit unseres gesamten Technikpaketes beitragen."

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