Formel-1-Finale Nico Rosberg ist Weltmeister

Nico Rosberg hat es geschafft: Er hat sich beim Großen Preis von Abu Dhabi erstmals den Weltmeistertitel in der Formel 1 gesichert. Im letzten Rennen reichte ihm Platz zwei.

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Nach den verlorenen WM-Finals 2014 und 2015 hat sich Nico Rosberg beim abschließenden Saisonrennen in Abu Dhabi zum Formel-1-Weltmeister 2016 gekrönt. Dem Deutschen reichte angesichts seines Zwölf-Punkte-Vorsprungs vor Mercedes-Kollege Lewis Hamilton ein zweiter Platz zum ersten WM-Titel seiner Karriere. Der 31-jährige Hamilton verpasste trotz seines Start-Ziel-Siegs einen Titel-Hattrick, nachdem er bereits 2014 und 2015 die Formel-1-Saison als Erster beendet hatte.

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel kam auf dem "Yas Marina Circuit" als Dritter ins Ziel. Max Verstappen beendete das Rennen auf dem vierten Platz vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo. Nico Hülkenberg sammelte in seinem letzten Rennen für Force India dank seines siebten Platzes sechs weitere WM-Punkte.

Beide WM-Rivalen zeigten einen fehlerfreien Start, sodass Hamilton seine Spitzenposition vor dem Deutschen behaupten konnte. In der zweiten Startreihe verlor Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo seinen dritten Platz an Kimi Räikkönen im Ferrari. Dahinter konnte Nico Hülkenberg, der in der kommenden Saison in einem Renault-Cockpit Platz nehmen wird, von Position sieben auf den sechsten Platz vorfahren, nachdem sich Max Verstappen im zweiten Red-Bull-Boliden nach einer Berührung mit Hülkenbergs Fahrzeug drehte und ans Ende des Felds durchgereicht wurde.

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Rosbergs Titelformel: 43, 19, 33, 5

Lewis Hamilton kam als Führender bereits in der achten Runde in die Box, sein Mercedes-Teamkollege Rosberg tat es ihm eine Runde später gleich. Nachdem auch ein Großteil der Konkurrenz das erste Mal neue Pneus aufgezogen hatte, war Hamilton in Führung, Verstappen folgte auf Platz zwei. Rosberg lag in dieser Rennphase auf Rang drei knapp vor Räikkönen, dahinter sortierte sich Ricciardo ein.

Vettel mit einem versöhnlichen Saisonabschluss

In der 20. Runde setzte Rosberg sich mit einem mutigen Überholmanöver vor Max Verstappen, der als einer von zwei Fahrern aus der Spitzengruppe auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs war und zu diesem Zeitpunkt bereits mit nachlassendem Grip zu kämpfen hatte. Fünf Runden später steuerte dann auch der 19-jährige Jungstar aus den Niederlanden die Boxengasse für einen Reifenwechsel an. Sebastian Vettel führte das Feld bis zur 38. Runde an, abbauende Reifen machten jedoch auch ihm und seiner Ein-Stopp-Strategie einen Strich durch die Rechnung. Am Ende kam der Ferrari-Pilot nicht um einen zweiten Boxenstop herum, konnte sich in der Folge bis zum Rennende jedoch wieder bis auf Platz drei vorkämpfen. Dank des besseren Reifensatzes gelang es ihm vier Runden vor Schluss, auf der Außenbahn am vor ihm liegenden Verstappen vorbeizukommen.

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Weltmeister Rosberg: Mit 14 Jahren Anlauf

Währenddessen fuhr Rosberg auf Platz zwei liegend konstant schnelle Rundenzeiten. Sein Rückstand auf Hamilton schmolz kontinuierlich, fünf Runden vor Schluss betrug der Abstand weniger als eine Sekunde. Hinter ihm schloss Vettel auf, doch bis zur Zielflagge änderte sich an der Konstellation an der Spitze des Felds nichts mehr. Rosberg behielt die Nerven und sicherte sich mit einer fehlerfreien Vorstellung den WM-Titel. Damit ist der 31-Jährige nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel der dritte Deutsche, der die Königsklasse für sich entscheiden konnte.

Felipe Massa (Williams) und Jenson Button verabschiedeten sich derweil mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen aus der Formel 1. Während Button gezwungen war, seinen McLaren nach dem Bruch eines Querlenkers in Runde zwölf abzustellen, kam der Brasilianer Massa im letzten Rennen seiner Formel-1-Karriere immerhin als Neunter ins Ziel und durfte sich über zwei WM-Punkte freuen.

Zu den Ergebnissen des Rennens in Abu Dhabi geht es hier.

Formel-1-Saison 2016
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Red Bull
Daniel Ricciardo und Max Verstappen
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer
Toro Rosso
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr.
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Manor
Rio Haryanto und Pascal Wehrlein
Haas
Romain Grosjean und Esteban Gutierrez
Der Rennkalender
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (as-Sachir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montréal)
19. Juni: Europa (Baku)
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Großbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Mogyoród)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur (Singapur)
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Japan (Suzuka)
23. Oktober: USA (Austin)
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Interlagos)
27. November: Abu Dhabi (Yas-Insel)
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Polepositions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Polepositions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

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