Wiener Stephansdom Abschied von Niki Lauda

Hunderte Österreicher und Trauergäste aus Sport und Politik haben Niki Lauda die letzte Ehre erwiesen: Der Tote war im Wiener Stephansdom aufgebahrt. Dompfarrer Faber fand bewegende, persönliche Abschiedsworte.

Georg Hochmuth/ APA/ DPA

Hunderte Fans und Freunde haben sich von Motorsportlegende Niki Lauda verabschiedet. Der geschlossene Sarg des kürzlich gestorbenen Rennfahrers wurde im Wiener Stephansdom öffentlich aufgebahrt. Dadurch erhielten die Fans die Möglichkeit, dem in Österreich als "Niki Nazionale" bekannten ehemaligen Sportler und Luftfahrtunternehmer die letzte Ehre zu erweisen.

Der Sarg war mit einem Lorbeerkranz und Laudas Helm geschmückt. Zunächst hielt Laudas Familie eine Andacht, die von einem Chor untermalt wurde. Ab 8.30 Uhr stand dann das Gedenken der Fans im Mittelpunkt. Zwischenzeitlich bildete sich um den Dom eine 200 Meter lange Schlange.

Hunderte Fans warten vor dem Stephansdom
Antonio Bronic/ REUTERS

Hunderte Fans warten vor dem Stephansdom

Nach der öffentlichen Aufbahrung - der ersten für einen Sportler im Stephansdom überhaupt - sollte ab 13 Uhr ein Requiem für Lauda stattfinden. Geleitet werden sollte die Trauerfeier von Dompfarrer Toni Faber, der Lauda persönlich kannte und als Freund bezeichnete. "Wie ich selbst einmal persönlich krank war und er mich gesehen hat mit etwas gelbem Gesicht, da war er liebevoll, empathisch, fast wie ein Seelsorger zu mir, das werde ich ihm immer danken", sagte Faber am Morgen im Dom.

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Trauerfeier für Niki Lauda: Abschied im Stephansdom

Für das Requiem haben sich auch zahlreiche Ehrengäste wie Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, die ehemaligen Rennfahrer Gerhard Berger und Alain Prost, Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und auch Schauspieler Arnold Schwarzenegger angekündigt. Van der Bellen, Berger und Schwarzenegger sollen auch Reden auf Lauda halten, zudem sollen Lieder wie "Fast Car" von Tracy Chapman und "Imagine" von John Lennon gespielt werden. Insgesamt werden 300 Ehrengäste erwartet.

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lauda war am 20. Mai gestorben. Der 70-Jährige hatte seit seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring 1976 immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im August 2018 erhielt er eine Spenderlunge, nachdem sich sein Zustand wegen einer Entzündung der Lungenbläschen dramatisch verschlechtert hatte. Lesen Sie hier einen Nachruf auf Niki Lauda.

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Niki Lauda: Abschied von einem Großen

Bestattet werden sollte Lauda in einem Rennoverall. Wo genau er Ruhe finden soll, wurde nicht bekannt gegeben. Die Stadt Wien hatte der Familie ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof angeboten, die Familie lehnte aber ab.

Niki Lauda im Interview (1993) - "Ich hatte immer Ups und Downs im Leben"

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jan/dpa

insgesamt 9 Beiträge
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w.diverso 29.05.2019
1. Niki Lauda
war sicher ein toller Mensch mit Charakter, aber den Feiern nach muss er ja fast die Welt vor dem Untergang gerettet haben. Wäre interessant ob Ärzte die eine neue Therapie entwickeln mit der tausenden Menschen das Leben gerettet oder verlängert werden kann, auch so gefeiert werden. Aber vielleicht ist schnell im Kreis fahren, oder mehr oder weniger erfolgreich Firmen geführt zu haben, für die Menschheit wichtiger als ein paar tausend Menschenleben gerettet zu haben.
blubberdieblubb 29.05.2019
2. Hat er indirekt vielleicht getan...
Wenn man weiß, dass er beharrlich der Ursache des Flugzeugunglücks in Thailand nachgegangen war, bis der technische Defekt herausgefunden wurde, dann ist Ihre Aussage wohl in einem anderen Licht zu sehen. Schließlich wurden sämtliche Maschinen entsprechend umgerüstet, damit solch ein Fehler (Schubumkehr während des Fluges) nicht mehr passieren kann und insofern hat dann doch sehr wohl vielen Menschen potentiell das Leben gerettet.
c.martell 29.05.2019
3. Schubumkehr...
Zitat von blubberdieblubbWenn man weiß, dass er beharrlich der Ursache des Flugzeugunglücks in Thailand nachgegangen war, bis der technische Defekt herausgefunden wurde, dann ist Ihre Aussage wohl in einem anderen Licht zu sehen. Schließlich wurden sämtliche Maschinen entsprechend umgerüstet, damit solch ein Fehler (Schubumkehr während des Fluges) nicht mehr passieren kann und insofern hat dann doch sehr wohl vielen Menschen potentiell das Leben gerettet.
Vom Gründer und Chef der betroffenen Airline darf das wohl erwartet werden.
wahrsager26 29.05.2019
4. An c.martell. Nr 3
Im Angesicht des Begräbnisses sollte eigentlich die Kritik,das selbstgerechte Tun ,verstummen. Lauda hat gegen große Widerstände des Herstellers ignoriert und mit großem technischen Sachverstand den Fehler, der zum Unglück führte gefunden -dazu war er aber in keinster Weise verpflichtet .( von wegen erwarten!!) .Wir alle sollten wenigstens kurz Herrn Lauda Gedenken! Danke
c.martell 29.05.2019
5. Im Angesicht des..
Zitat von wahrsager26Im Angesicht des Begräbnisses sollte eigentlich die Kritik,das selbstgerechte Tun ,verstummen. Lauda hat gegen große Widerstände des Herstellers ignoriert und mit großem technischen Sachverstand den Fehler, der zum Unglück führte gefunden -dazu war er aber in keinster Weise verpflichtet .( von wegen erwarten!!) .Wir alle sollten wenigstens kurz Herrn Lauda Gedenken! Danke
Das ein "Sportheld" und erfolgreicher Unternehmer ein entsprechendes Begräbnis - "a scheane Leich" wie man in Wien so schön sagt, erhält - also bitte. Aber man wird wohl festhalten dürfen, dass von Lauda eine perfektionssüchtige Eiseskälte ausging der vermutlich alles, aber wirklich alles untergeordnet war. Wenn zwanghaftes Getriebensein zum Vorbild taugen soll - ja dann ist freilich ein Abgott abgetreten. RIP.
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