Reaktionen auf den Tod von Niki Lauda "Ein trauriger Tag für die Formel 1"

"Niki war für viele Menschen ein Vorbild und eine Inspiration." Ehemalige Weggefährten aus der Formel 1 nehmen Anteil am Tod von Niki Lauda. Vor allem in Österreich ist die Trauer groß.

Niki Lauda
David Davies DPA

Niki Lauda


Die Formel 1 trauert um eine ihrer größten Ikonen. Vor dem Klassiker in Monaco am kommenden Wochenende hat der Tod des dreimaligen Weltmeisters Niki Lauda Fahrer, Teams und Fans erschüttert. "Für immer in unseren Herzen, für immer unsterblich in unserer Geschichte", twitterten die Veranstalter der Formel 1. "Die Motorsport-Gemeinschaft betrauert den verheerenden Verlust einer wahren Legende". Die Gedanken aller in der Formel 1 seien bei den Freunden und der Familie des Österreichers, der am Montag im Alter von 70 Jahren gestorben war.

In Österreich twitterte Kanzler Sebastian Kurz: "Das ganze Land und die Motorsportwelt trauert um einen ganz großen Österreicher. Niki, du wirst uns fehlen." Bundespräsident Alexander Van der Bellen nannte Lauda "ein Idol und ehrgeizigen Kämpfer".

Laudas ehemaliger Rennstall Ferrari schrieb am Dienstag ebenfalls bei Twitter: "Heute ist ein trauriger Tag für die Formel 1." Und weiter: "Die große Familie Ferrari erfährt in tiefer Trauer die Nachricht vom Tod des Freundes Niki Lauda, dreifacher Weltmeister, zweimal mit der Scuderia (1975-1977). Er wird auf ewig in unseren Herzen und in denen der Fans bleiben." Seinen dritten Titel hatte Lauda 1984 in einem McLaren geholt.

"Alle bei McLaren sind tieftraurig zu hören, dass unser Freund, unser Kollege und der Weltmeister von 1984, Niki Lauda, gestorben ist", schrieb das britische Team bei Twitter. "Niki wird für immer in unseren Herzen und verankert sein in unserer Geschichte."

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Das deutsche Werksteam Mercedes veröffentlichte via Twitter zunächst ein Foto eines lächelnden Niki Lauda, darüber neben einem roten Herzen: "Niki, 1949 - 2019." Lauda arbeitete seit Ende 2012 als Aufsichtsratschef des Rennstalls.

"Wir werden für immer dankbar sein für Nikis unschätzbare Wirkung auf den Motorsport und MercedesAMGF1", schrieb die Daimler AG bei Twitter. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gehen an die Lauda-Familie."

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton schrieb auf Twitter: "Ich kann es kaum glauben, dass du nicht mehr da bist. Ich werde unsere Gespräche vermissen, das gemeinsame Lachen, die Umarmungen nach gewonnenen Rennen".

Lauda hat großen Anteil an der Erfolgsgeschichte von Mercedes. Seit einschließlich 2014 gewannen die Silberpfeile jeweils die Fahrer- und die Konstrukteurswertung. "Er verkörpert Heldentum, Menschlichkeit und Aufrichtigkeit auf und abseits der Strecke", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Niki, Du bist einfach unersetzbar, es wird niemals wieder jemanden wie Dich geben."

Der Mercedes-Weltmeister von 2016, Nico Rosberg, dankte Lauda via Twitter. "Ich habe so viel von Dir gelernt. Deine Leidenschaft, dein Kampfgeist, nie zu aufzugeben, dein Glaube daran, dass man sich immer zweimal im Leben begegnet, und selbst deine Geduld mit uns Youngsters", schrieb Rosberg.

Der Schauspieler Daniel Brühl teilte dem SPIEGEL in einem Statement mit: "Die Nachricht vom Tode von Niki Lauda hat mich sehr getroffen. Wir sind uns im Rahmen der Dreharbeiten zu Rush sehr nahe gekommen und ich war stolz diesen großartigen Menschen auf der Leinwand verkörpern zu können." Brühl spielte Lauda in dem 2013 erschienen Film und war in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" für den Golden Globe nominiert. Weiter hieß es: "Er war der mutigste Mann, den ich je kennengelernt habe, nicht nur als Formel 1-Pilot, sondern auch im Umgang mit den Menschen, immer ehrlich und direkt."

"Niki Lauda war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, die ich je kennenlernen durfte, und diese Bedeutung bezieht sich nicht nur auf die Motorsportwelt", sagte der Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes und langjährige Lauda-Konkurrent Hans-Joachim Stuck. "Als Unternehmer, als Pilot, als Rennfahrer, als Teammanager: Niki war für viele Menschen ein Vorbild und eine Inspiration. Er hat praktisch alles, was er angefasst hat, zum Erfolg geführt. Der deutsche und der internationale Motorsport trauern um eine Legende, ich selbst trauere um einen echten Freund und langjährigen Weggefährten."

"Eine Legende hat uns verlassen", schrieb der britische Ex-Weltmeister Jenson Button, er hatte 2009 die WM gewonnen. "R.I.P. Niki Lauda", twitterte der aktuelle Formel-1-Pilot Romain Grosjean vom amerikanischen Team Haas. "Legende. Ikone. Champion", kommentierte der britische Sender BBC unter anderem. Der spanische Ex-Weltmeister Fernando Alonso äußerte sich bei Twitter: "Schockierende und traurige Nachricht diesen Morgen. RIP Niki." Red-Bull-Pilot Max Verstappen schrieb, er sei "schockiert": "Er war eine wahre Legende unseres Sports und jemand, vor dem ich großen Respekt hatte. Möge er in Frieden ruhen."

Der Große Preis von Monaco wird ohne Zweifel im Zeichen des Todes von Lauda stehen, der wie durch ein Wunder 1976 auf der Nordschleife des Nürburgrings einen Feuerunfall überlebt hatte und nur 42 Tage später schon wieder um die WM gefahren war.

Auch die Fluglinie Laudamotion trauert um ihren Namensgeber. "Niki Lauda war für die gesamte Airline-Branche eine große Inspiration und ein einzigartiger Visionär", teilte das Unternehmen mit. "Wir werden alles unternehmen, um seine Visionen fortzuführen und den Namen Lauda stolz in die Welt hinauszutragen", sagte demnach Geschäftsführer Andreas Gruber. Die gesamte Laudamotion-Familie sei stolz und dankbar auf "ihren zukunftsweisenden Gründer und außergewöhnlichen Mentor. Niki, wir vermissen dich!".

Niki Lauda im Interview (1993) - "Mich hat das Auto immer fasziniert"

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"Niki Lauda ist tot, und es ist eine unglaubliche Nachricht, die uns nur verdammt traurig machen kann. Aber wie ist das möglich? Er, der ein Überlebender war, er, der wenigstens zweimal gelebt hat, er, der durch eine Art Höllenflammen gegangen ist, er, der zwei Nierentransplantationen überstanden hat", kommentierte der italienische Privatsender Mediaset. "Musste denn dieser Held auf vier Rädern nicht eigentlich unsterblich sein?"

Die spanische Zeitung "AS" schrieb in ihrer Online-Ausgabe: "2019 wird mit Sicherheit ein Jahr, an das sich Mercedes lange erinnert - um nicht zu sagen auf ewig. Denn einer der großen Begründer der Vorherrschaft, welche die Silberpfeile seit sechs Saisons im Formel-1-Zirkus innehaben, ist diesen Montag gestorben. Wir sprechen leider von Niki Lauda." In Österreich stellte der "Kurier" fest: "In der Kurier-Redaktion galt Niki Lauda als unsterblich."

krä/dpa/sid



insgesamt 2 Beiträge
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oliver61 21.05.2019
1. Niki Lauda war wirklich eine Legende!
Niki Lauda war wirklich mehr als eine Legende. Einer, der sich immer wieder neu erfand und während und nach seiner Karriere als Unternehmer durchstartete. Bisweilen scheiterte, wieder aufstand und stärker denn je wieder auf der Matte stand. Und der ehrlich war. Ich habe seine Kommentare auf RTL genossen. Er hat immer klar seine Meinung gesagt und hat verbal auch dahin gehauen, wo es weh tut. Aber niemals beleidigend oder ausfallend. Sondern die Sachen einfach auf den Punkt gebracht. Wie Stuck schon sagte:
rant.biden 21.05.2019
2. Unerbittlich
Niki Lauda hat für mich immer etwas verkörpert, was es nicht mehr oft gibt: Einen Menschen, für den es selbstverständlich war, die Unerbittlichkeit, die ihm Erfolg-Reichtum eingebracht hat, nicht nur von anderen zu fordern, sondern gegen sich selbst gelten zu lassen. Was könnte dies besser symbolisieren, als nach 6 Wochen mit schwersten Verbrennungen wieder an der Front zu stehen.
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