Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot

Er gehörte zu den Großen in der Formel-1-Geschichte: Drei Mal holte Niki Lauda den WM-Titel, legendär wurde er durch einen Unfall auf dem Nürburgring - und seine Rückkehr nach nur 42 Tagen. Nun ist Lauda im Alter von 70 Jahren gestorben.

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Die österreichische Formel-1-Legende Niki Lauda ist tot. Er starb am Montag im Alter von 70 Jahren, wie sein Arzt Walter Klepetko am frühen Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Eine Sprecherin der Fluggesellschaft Laudamotion, deren Namensgeber Niki Lauda ist, schrieb im Namen der Familie: "In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20.05.2019 im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist. Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich."

Lauda hat aus erster Ehe zwei Söhne und aus seiner Ehe mit Birgit Lauda achtjährige Zwillinge. "Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle", heißt es in der Mitteilung zu Laudas Tod. "Abseits der Öffentlichkeit war er ein liebevoller und fürsorgender Ehemann, Vater und Großvater. Er wird uns sehr fehlen."

"Heute ist ein trauriger Tag für die Formel 1", schrieb Laudas ehemaliger Rennstall Ferrari. "Die große Familie Ferrari erfährt in tiefer Trauer die Nachricht vom Tod des Freundes Niki Lauda, dreifacher Weltmeister, zweimal mit der Scuderia (1975-1977). Er wird auf ewig in unseren Herzen und in denen der Fans bleiben." Seinen dritten Titel hatte Lauda 1984 in einem McLaren geholt.

"Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie"

Niki Lauda hatte seit seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring 1976 immer wieder gesundheitliche Probleme. Damals war sein Rennwagen in Brand geraten, Lauda saß fast eine Minute lang in den Flammen und atmete giftige Dämpfe ein, bevor er gerettet wurde. Trotz schwerster Verletzungen und Verbrennungen kehrte er nur 42 Tage später auf die Rennstrecke zurück: Bei seinem ersten Rennen nach dem Unfall wurde er in Monza Vierter.

"Wie kann der Depperte wieder fahren, wenn er gerade verbrannt ist?", fragte Lauda einmal stellvertretend für alle Kritiker und Zweifler. Die Erklärung lieferte er gleich hinterher: "Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist."

In den Jahren 1997 und 2005 musste sich Lauda zwei Nierentransplantationen unterziehen. Im vergangenen Sommer war ihm eine Lunge transplantiert worden. Nach einer Grippe-Erkrankung musste er im Januar dieses Jahres erneut im Krankenhaus behandelt werden. Anlässlich seines 70. Geburtstages am 22. Februar hatte sich Lauda noch in einer kurzen Audio-Botschaft beim ORF für die Glückwünsche mit den Worten bedankt: "Ich komme wieder zurück, und es geht volle Pulle bergauf."

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Niki Lauda: Abschied von einem Großen

"Ich war ein unglaublicher Egoist damals", sagte der dreifache Weltmeister einmal über seine Motorsportlaufbahn. 1985 beendete Lauda seine Karriere, sechs Jahre zuvor hatte der begeisterte Pilot aber schon seine eigene Fluglinie Lauda Air gegründet.

Am 26. Mai 1991 stürzte in Thailand eine von Laudas Maschinen ab. Alle 223 Insassen der "Mozart" starben. Lauda war eigenen Angaben zufolge zutiefst erschüttert durch das Unglück. Nach mehreren Monaten wurde herausgefunden, dass es sich um einen technischen Defekt handelte.

Lauda stieg später vorübergehend wieder aus dem Airline-Geschäft aus. Zwischen 1993 und 1995 beriet er Ferrari, wurde TV-Experte für RTL und dann Teamchef bei Jaguar. Im September 2012 stieg Lauda zum Mercedes-Teamaufsichtsratschef auf und erlebte mit den Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg ein Hoch, das seinesgleichen suchte. Auf die Frage, was ihm zuerst zur Charakterisierung Laudas in den Sinn komme, antwortete Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff einmal: "Rote Kappe, klare und direkte Worte."

aar/dpa

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