Pressestimmen "Alonso ist Weltmeister, Schumi eine Legende"

Die internationale Presse hebt nach dem Grand Prix in Brasilien gleich zwei Rennfahrer in den Olymp: den alten und neuen Weltmeister Fernando Alonso für seine sportliche Klasse, Neu-Rentner Michael Schumacher für seine Karriere. "Wieso muss so ein Pilot zurücktreten?", fragt die "Gazzetta dello Sport".


ITALIEN

La Gazzetta dello Sport: Alonso ist Weltmeister, Schumi eine Legende. Ein königlicher Abschied. Ein Rennen mit Herz, Klasse und Mut. Aber wieso muss so ein Pilot zurücktreten? Warum muss ein Mann von 37 Jahren in Pension gehen, der noch die Freude eines kleinen Jungen in sich hat? Er hat sich mit einem seiner schönsten Rennen verabschiedet. Mit Fangio und Senna gehört er zu den Mythen.

La Repubblica: Schumi verabschiedet sich wie ein König. Er hat auf der Piste Geschichte geschrieben. Schumi versuchte das Unmögliche. Der Roboter, der uns nicht gefiel, hat es geschafft, uns mitzureißen. Ferrari hofft, dass er als Manager zurückkehrt.

Corriere della Sera: Der Abschied tut weh, jetzt wissen wir, warum. Ein unglücklicher Abschied für Schumi.

Weltmeister Alonso (l.), Schumacher: "Der Roboter hat uns mitgerissen"
Getty Images

Weltmeister Alonso (l.), Schumacher: "Der Roboter hat uns mitgerissen"

GROSSBRITANNIEN

Daily Mirror: Schumacher ging tatsächlich mit einem Big Bang - aber es war nur der Reifen. Der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten hat sich aus der Formel 1 mit einem der besten Rennen seines Lebens verabschiedet. Es gab kein Wunder für den Mann, der auf Wasser fahren könnte. Aber Schumacher war nahe dran.

The Guardian: Alonso gewinnt die Krone, aber Schumacher verabschiedet sich mit Stil. Der siebenfache Weltmeister war der unumstrittene Star des letzten Rennens seiner Karriere.

Daily Mail: Schumacher hat sich in den Rest seines Lebens mit der größten Rekordsammlung verabschiedet, die es in der Formel 1 je gegeben hat. Bei all seinen Fehlern sind Zweifel an seinem Genie nicht erlaubt.

The Sun: Ein achtes Weltwunder gab es also nicht. Schumacher muss sich mit sieben Titeln zufrieden geben. Aber die Art und Weise seines Abgangs hat gezeigt, warum er für so lange Zeit der Superstar des Rennsports war. Natürlich hat Schumacher seine Kritiker. Aber selbst diese dürfen nicht daran zweifeln, dass hier ein wahrer Champion gegangen ist.

The Times: Das Ende einer Ära. Schumacher beendet den Großen Preis von Brasilien nicht als Sieger und auch nicht mit dem achten WM-Titel, aber mit einem der Rennen seines Lebens.

SPANIEN

El País: Ein grandioser Alonso und ein unvergesslicher Schumi! Der Spanier verteidigte seinen Titel, aber der Deutsche stand mit seiner Aufholjagd im Mittelpunkt des Interesses.

El Mundo: Alonso hat das Rennen von Anfang an kontrolliert. Er tritt das Erbe des besten Formel-1-Piloten aller Zeiten an.

Sport: Alonso ist auf dem Weg, zu einer Legende zu werden. Der Spanier ist ein würdiger Nachfolger von Michael Schumacher.

FRANKREICH

Libération: Alonso spult es ab. Michael Schumacher ist der Kannibale der Rennstrecken. Schumacher kann beruhigt scheiden: Die Ablösung ist gesichert. Fernando Alonso schreitet wie ein würdiger Nachfolger des Meisters aus Deutschland voran.

Le Figaro: Alonso gekrönt, Schumacher im Ruhestand. Alonso ist der neue Meister der Rennstrecken. Michael Schumacher verlässt die Formel 1 auf dem Höhepunkt seiner Kunst. Fernando Alonso ist ein mehr als würdiger Nachfolger. Und eine Seite im Geschichtsbuch der F1 ist umgeschlagen.

L'Equipe: Ein Siegerpaar. Fernando Alonso und Renault verteidigen ihre Weltmeistertitel. Michael Schumacher hat zu seinem Abschied das Schauspiel beherrscht. Noch einmal Danke und auf Wiedersehen.

SCHWEIZ

Basler Zeitung: Ein Heimsieger, ein Weltmeister - und ein Rentner. Zwar stand Ferrari dank Felipe Massa beim GP von Interlagos zuoberst auf dem Podest. Den WM-Titel vermochten die Italiener ihrem scheidenden Star Michael Schumacher jedoch nicht mehr zum Abschiedsgeschenk zu machen. Das ohnehin ungleiche Titelduell in der Formel 1 fand zum Saisonabschluss nicht mehr statt.

Neue Zürcher Zeitung: Klare Verhältnisse am Ende einer spannenden Saison. Nichts wird in der Formel 1 mehr so sein wie 2006 - und das hat nicht nur mit dem Rücktritt und dem Ende der Ära von Michael Schumacher zu tun.

Zusammengestellt von dpa



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