Qualifikation in Monaco Ralf Schumacher übersteht Crash unverletzt

Nach dem Unfall in der ersten Qualifikation beim Grand Prix von Monaco war der Wagen nur noch Schrott, Ralf Schumacher aber stieg ohne größere Blessuren aus seinem Toyota. Bruder Michael fuhr erneut nur hinterher. Die beste Zeit erreichte ein junger Finne.


Bruchpilot Ralf Schumacher (nach dem Unfall): Glück im Unglück
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Bruchpilot Ralf Schumacher (nach dem Unfall): Glück im Unglück

Monte Carlo - Ralf Schumacher überstand heute Mittag einen schweren Unfall glimpflich. In der Tabac-Kurve krachte der Toyota-Pilot mit mehr als 165 Stundenkilometern in die Leitplanke und schleuderte mit seinem Auto über die Strecke. Ralf Schumacher konnte das Wrack aber ohne fremde Hilfe verlassen, er wird morgen um 14 Uhr beim 6. von 19 WM-Läufen dieser Saison starten können (Liveticker SPIEGEL ONLINE). "Alles in Ordnung", sagte Schumacher, "es war ein Fahrfehler, ich habe mich vertan."

Für Ralf Schumacher war es der zweite Totalschaden innerhalb von zwei Stunden, er war schon im freien Training am Vormittag in einen Unfall mit David Coulthard (Großbritannien) und Jacques Villeneuve (Kanada) verwickelt. Als Verursacher des Unfalls werteten die Rennkommissare den Kolumbianer Juan-Pablo Montoya. Der McLaren-Mercedes-Pilot, der selbst nicht in den Crash verwickelt war, habe unnötig gebremst. Montoya muss deshalb im morgigen Rennen als Letzter starten.

Die erste Qualifikation hatte nach Ralf Schumachers Unfall eine halbe Stunde unterbrochen werden müssen, erst dann konnten die besten Fahrer auf die Strecke durch die Häuserschluchten. "Ralf geht es soweit gut, er hat wahrscheinlich ein bisschen Kopfschmerzen. Er war auf einer Superrunde und ist volles Risiko gefahren. Er wollte die halbe Sekunde Strafe aufholen", sagte Schumacher-Manager Willi Weber. Wegen einer falschen Reifenwahl im Freien Training am Donnerstag war Ralf Schumacher mit einer Zeitstrafe belegt worden.

Der zweite Teil der Qualifikation findet morgen Vormittag vier Stunden vor dem Rennen statt. Dann erst fällt die endgültige Entscheidung über die Startreihenfolge. Schon beim Großen Preis von Europa in der kommenden Woche auf dem Nürburgring wird es keine Sonntags-Qualifikation mehr geben. Teams und Weltverband Fia hatten sich gegen das als langweilig empfundene gesplittete Training ausgesprochen.

Zerstörter Toyota-Bolide: Totalschaden im Fürstentum
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Zerstörter Toyota-Bolide: Totalschaden im Fürstentum

Kaum noch Chancen auf einen guten Startplatz für das morgige Rennen hat Ralf Schumachers Bruder Michael. Der Weltmeister, der bereits 34 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Renault) liegt, schaffte in der ersten Qualifikation nur den elften Platz. Der Ferrari-Pilot war 2,542 Sekunden langsamer als der schnellste Fahrer Kimi Räikkönen. Der Finne, der vor 14 Tagen den Großen Preis von Spanien gewonnen hatte, benötigte im McLaren-Mercedes 1:13,644 Minuten für die 3,340 Kilometer lange Strecke.

"Weiter zurück geht es nicht. Insofern können wir nur nach vorne schauen", sagte Michael Schumacher vor seinem 150. Grand Prix für Ferrari, "ich wüsste aber dennoch nicht, warum ich mir die Laune verderben lassen sollte. Es hat sich abgezeichnet, dass sich das hier schwierig gestaltet. Ich bin optimistisch ins Wochenende gegangen, habe aber festgestellt, dass wir zu langsam waren." Platz fünf hält der siebenmalige F1-Champion für realistisch. "Vielleicht geht es sogar ein bisschen besser", so Schumacher, der in Monaco schon fünfmal gewinnen konnte, diese Saison aber noch sieglos ist. Als Gründe für sein erneutes Debakel nannte er die "rutschige Strecke und unsere Probleme in der Qualifikation".

Von einer "sensationellen Runde" seines Fahrers sprach hingegen Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Ich bin nie in einem besseres Auto gefahren", lobte Räikkönen, "der Sieg in Monaco wäre ein Traum." Die "Silberpfeile" bestreiten am Wochenende ihr 200. Grand-Prix-Rennen. Zweiter hinter Räikkönen wurde der Spanier Alonso (1:14,125) vor dem australischen BMW-Williams-Piloten Mark Webber (1:14,584).

Dessen Teamkollege Nick Heidfeld (1:15,128) kam auf Rang sechs. Der Deutsche muss wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse eine Strafe von 2750 Dollar zahlen. Dennoch strahlte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen: "Für unser Team war es ein sehr gutes Ergebnis."



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