Kritik an neuem Regelwerk "Ein Formel-1-Auto muss das schnellste Auto sein, das ein Mensch je gesehen hat"

Mit weitreichenden Regeländerungen wollen die Formel-1-Bosse den Wettbewerb spannender machen. Das kommt bei manchem Fahrer gut an. Ferrari-Star Vettel ist kritischer.

Sebastian Vettel im Ferrari in Mexiko
Clive Mason / Getty Images

Sebastian Vettel im Ferrari in Mexiko


Ab der Saison 2021 soll die Formel 1 spannender werden. Der Weltverband Fia hatte am Donnerstag umfassende Reformen des Regelwerks präsentiert. Das Ziel: größere Konkurrenz zwischen den Rennställen, mehr Überholmanöver, mehr Rennen.

Zu den wichtigsten Punkten der Reformen zählen:

  • Einführung einer Budgetgrenze von 175 Millionen US-Dollar pro Jahr (mit diversen Ausnahmen - das Fahrergehalt etwa zählt nicht dazu).
  • Vereinfachung der Aerodynamik, um das Verfolgen und Überholen zu erleichtern.
  • Die Boliden werden schwerer und dadurch langsamer (rund 3 bis 3,5 Sekunden pro Runde im Vergleich zu 2019)
  • Erhöhung der maximal möglichen Rennen pro Saison von bisher 22 auf 25.

Nicht alle Piloten zeigten sich damit zufrieden. "Ein Formel-1-Auto muss das schnellste Auto sein, das ein Mensch je gesehen hat", sagte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel vor dem Großen Preis der USA in Austin, Texas (Sonntag, 20.10 Uhr; TV: RTL und Sky; Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Allerdings wolle er abwarten, wie sich die Änderungen tatsächlich auswirkten. "Ein Modellauto ist die eine Sache. Aber es kommt auf die Ideen der Teams an, die Regeln zu interpretieren. So weit sind wir noch nicht", sagte Vettel. Mehr Action sei aber "grundsätzlich gut".

"Wenn wir dichter am Gegner bleiben, bin ich dafür"

Lewis Hamilton, der seit 2014 mit seinem Mercedes-Team das Maß der Dinge ist, zeigte sich aufgeschlossen. "Ich liebe, was ich tue, und ich will gern Pionier sein. Das Team hat schon einmal bewiesen, dass es am besten präpariert ist", sagte der Brite, der in Austin zum sechsten Mal den Titel gewinnen kann.

Mercedes ist seit dem Beginn der Turbo-Hybrid-Ära 2014 das dominierende Team der Formel 1, Hamilton der mit Abstand erfolgreichste aktive Fahrer. Bereits 2017 wurde das Reglement radikal geändert, ohne dass die Silberpfeile ihre Führungsrolle verloren.

Max Verstappen hat nur eine Bedingung: "Wenn diese Autos es erlauben, dass wir dichter am Gegner bleiben können, dann bin ich dafür", sagte der Red-Bull-Pilot. Um zwei bis drei Sekunden sinkende Rundenzeiten sind für den Niederländer "okay", mehr nicht: "Das wäre zu langsam."

Außenseiterteams dürften die neuen Regeln etwas entgegenkommen. McLaren-Pilot Lando Norris sagte: "Die Regeln werden nicht automatisch bedeuten, dass wir Rennen gewinnen oder auf dem Podium stehen. Allerdings wird die Chance größer, das zu erreichen."

mon/sid



insgesamt 43 Beiträge
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Klekih_petra 01.11.2019
1. Fokus auf Sport
Konstruiert einen Reifen, der ein ganzes Rennen hält. Dann würden Motor und Fahrer ein Rennen entscheiden, nicht die Boxenstop-Strategie.
noregrets 01.11.2019
2. Laangweeiiilig
F1, ist genau wie der Fussball, zu einem reinem Marketing- und Geldzirkus verkommen. Macht einfach keinen Spaß mehr sich das anzusehen.
poetnix 01.11.2019
3. Dreckschleuder
Muss ein im Kreis rasender Bolide als Super-Dreckschleuder bei unseren Klimabemühungen denn überhaupt sein ? Ich weiß, da schreibt eine "Spaßbremse". Wenn jedoch das Klima so schlecht werden sollte, wie vorher zu sehen, dann ist das ganze Leben kein Spaß mehr. Ob die dann immer noch im Kreis rasen, wenn das Meer auf der Rennstrecke steht ? Wahrscheinlich mit Speedbooten.
ichbinich2011 01.11.2019
4.
Zitat von Klekih_petraKonstruiert einen Reifen, der ein ganzes Rennen hält. Dann würden Motor und Fahrer ein Rennen entscheiden, nicht die Boxenstop-Strategie.
Dann schauen sie sich mal Formel 1 Rennen z.B. aus dem Jahr 2000 an. Da wurde sogar noch während des Rennens getankt und die Rennen waren damals meines Erachtens nach spannender.
brandmauerwest77 01.11.2019
5. Wer
braucht sowas in Zeiten des Klimawandels ? Soll das Sport sein, wo immer nur der gewinnt, der das beste Auto unterm Hintern hat. Mit Chancengleichheit, einer Grundvoraussetzung für sportliche Wettbewerbe hat diese Veranstaltung eher nicht zu tun.
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