Reifenwechsel Toyota baut auf Bridgestone

Die Bridgestone-Familie in der Formel 1 wird größer. Neben Ferrari und Williams wird der japanische Reifenhersteller künftig mit Toyota ein drittes Topteam beliefern. Die beiden stärksten Rennställe der vergangenen Saison bleiben ihrer Marke aber treu.


Hamburg - "Wir werden zwei zusätzliche, starke Teams auf unserer Seite haben. Zusammen mit Ferrari können wir so mehr Testtage absolvieren und effizienter arbeiten", sagte Bridgestones Technikchef Hisao Suganuma. Weltmeister Michael Schumacher war in der diesjährigen Saison nur Dritter geworden. Vor allem die im Vergleich zu Michelin schwächeren Reifen wurden als Grund für das enttäuschende Abschneiden der erfolgsverwöhnten Scuderia genannt. Es handelt sich um eine mehrjährige Zusammenarbeit zwischen Toyota und Bridgestone. Über die genaue Laufzeit wurden allerdings keine Angaben gemacht.

Toyota-Bolide (in Köln): "Wir erwarten Siege"
obs/Toyota Deutschland GmbH

Toyota-Bolide (in Köln): "Wir erwarten Siege"


Der französische Hersteller Michelin liefert seine Reifen unter anderem an Renault und McLaren-Mercedes. Diese Rennställe dominierten die vergangene Serie und kämpften bis zum letzten Rennen um den Konstrukteurstitel. Am Ende setzte sich Renault mit 191 zu 182 Punkten durch.

Michelin rüstet 2006 neben Renault und McLaren-Mercedes auch das neue BMW-Team, Honda und Red Bull aus. Mit Bridgestone-Reifen fahren neben Ferrari, Williams und Toyota auch Midland (früher Jordan) und Squadra Toro Rosso (vormals Minardi). So fahren künftig genauso viele Rennställe mit Michelin wie mit Bridgestone. Vergangene Saison lautete das Verhältnis 7:3 für den europäischen Konzern.

Möglicherweise könnte Bridgestone sogar der dominierende Reifenhersteller werden, wenn man nur nach der Anzahl der Teams geht. Der neue japanische Rennstall "Super Aguri" will als elftes Team 2006 an den Start gehen. Noch fehlt die Zustimmung des Automobilweltverbandes Fia.

Der Milliardär und die Reifen

Pikant in punkto Reifen ist die Tatsache, dass der österreichische Milliardär Dieter Mateschitz mit Red Bull und Squadra Toro Rosso zwei Teams in der Formel 1 hat, die von unterschiedlichen Herstellern ausgestattet werden. So stehen Mateschitz stets die internen Daten von Michelin und Bridgestone zur Verfügung. Das könnte der eine oder andere Konkurrent als unerlaubten Wettbewerbsvorteil sehen.

Für die Bridgestone-Teams dürfte die Änderung des Reglements von Vorteil sein. In der neuen Saison, die am 12. März mit dem Grand Prix von Bahrain beginnt, sind Reifenwechsel wieder erlaubt. Zuletzt hatte sich gezeigt, dass die Bridgestone-Pneus zum Ende des Rennens hin stark abbauen. Für 2008 ist die Rückkehr zu profillosen, breiteren Slicks vorgesehen, es soll einen einheitlichen Reifenlieferanten geben.

Das ist Michelin gar nicht recht. Der Hersteller drohte unlängst, 2008 ganz aus der Formel 1 auszusteigen, falls der Automobilweltverband seine Pläne hinsichtlich eines Einheitsreifens durchsetzen würde. Die Franzosen verlangen von der Fia mehr Transparenz bei den künftigen Regeln. Anderenfalls sei sogar schon ein Abschied 2007 denkbar.

Erstmals am 29. November in Barcelona wird das Toyota-Team mit den neuen Reifen fahren. "Wir erwarten Siege, alles andere wäre eine Enttäuschung", sagte Ralf Schumacher. Der Toyota-Pilot war diese Saison mit 45 Punkten Sechster geworden, einen Platz dahinter landete dessen italienischer Kollege Jarno Trulli (43 Zähler).



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