Schumacher-Brüder Ralf prophezeit Michaels baldigen Rücktritt

Michael Schumachers Karriereende steht kurz bevor, zumindest wenn es nach seinem Bruder Ralf geht. Der ist der Meinung, dass der Weltmeister den Spaß verloren habe und deswegen nicht mehr lange Formel-1-Rennen fahren werde. Die Nachfolge von Michael im Ferrari-Cockpit lehnt der Toyota-Pilot kategorisch ab.


Skeptischer Ralf Schumacher: "Ferrari hat Zenit überschritten"
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Skeptischer Ralf Schumacher: "Ferrari hat Zenit überschritten"

Hamburg - "Ich gehe nicht davon aus, dass Michael noch sehr lange fahren wird. Er bleibt dabei, solange er Spaß daran hat. Der Erfolg der vergangenen Jahre hat ihm natürlich viel Spaß gemacht. Diesen Spaß hat er im Moment nicht. Und ich bin sehr gespannt, was passiert, wenn das bis zum Ende der Saison so bleibt", sagte Ralf Schumacher in einem Interview mit der "Sport Bild". Im Falle eines Rücktritts seines Bruders wäre der 29-Jährige nicht bereit, Fahrer beim italienischen Rennstall zu werden: "Ein Wechsel zu Ferrari käme für mich überhaupt nicht in Frage."

Mit dem Traditionsrennstall geht Ralf Schumacher scharf ins Gericht: "Wenn Michael geht, dann werden mit ihm auch viele gute Leute gehen. Danach wird für Ferrari die Rückkehr an die Spitze sehr schwierig werden. Ich bin mir nicht sicher, ob sie überhaupt gelingen kann", sagte der Toyota-Pilot. Im Vergleich zu seinem früheren Team BMW oder auch Toyota sei Ferrari ein "mittelständisches Unternehmen. Dort gibt es nicht Ressourcen in der Fülle, wie wir sie beispielsweise bei Toyota haben", so Ralf Schumacher.

Die momentane Krise bei Ferrari sei nicht nur eine Frage der schwachen Bridgestone-Reifen. "Es ist unfair von Ferrari, den Schwarzen Peter ausschließlich auf Bridgestone zu schieben. Es haben sich auf anderen Gebieten Fehler eingeschlichen. So kann es auch ein Zeichen von Schwäche statt Stärke sein, seinen neuen Wagen erst so spät in der Saison einsetzen zu können, wie es Ferrari gemacht hat", sagte Ralf Schumacher, "Ferrari hat seinen Zenit überschritten. Jahrelang haben sie dort einen hervorragenden Job gemacht. Nun nicht mehr."

Auch der neue Weltmeister steht für Ralf Schumacher schon fest: "Fernando Alonso hat bis auf seinen Fehler in Montréal einen guten Job gemacht. Wenn das so bleibt, holt er den Titel." Der spanische Renault-Pilot führt nach 8 von 19 Rennen die Fahrerwertung mit 59 Punkten vor McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen mit 37 Punkten an.



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