Schumacher-Ferrari-Triumph "Perfekte Ehe aus Kaltblütigkeit und Stolz"

Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher bestimmt die Schlagzeilen der Sportpresse. Vor allem in Italien wird er zum Mythos ernannt. Lobeshymnen erklingen aber auch auf Ferrari und Rubens Barrichello.




Italien:
 Michael Schumacher (r.) und Ferrari-Teamchef Jean Todt liegen sich in den Armen
AP

Michael Schumacher (r.) und Ferrari-Teamchef Jean Todt liegen sich in den Armen

Gazzetta dello Sport:

Schumi, die Freude und die Angst. Jetzt ist er wirklich die Nummer eins. Niemand wird einige Jahrzehnte lang seine Übermacht in Frage stellen können. Oder vielleicht wird keiner mehr in der Formel 1 das leisten, was Schumacher geleistet hat. Sechs WM-Titel zu erobern, das verlangt Zeit, Geduld und Talent. Schumacher ist ein moderner Meister mit alten Prinzipien. In der Disziplin, in der Kampflust, in der Willensstärke, dank der er alles vergisst, wenn er in sein Auto steigt. Michael ist ein Pilot, der wie wenige Menschen die Mechanismen der Kommunikation kennt, und er nutzt sie aus. Er kann diejenigen motivieren und beeinflussen, die um ihn sind.

 "König aller Zeiten": Michael Schumacher
REUTERS

"König aller Zeiten": Michael Schumacher

Corriere dello Sport: Schumacher, Ferrari und Valentino Rossi - triumphaler Sonntag für den italienischen Sport. Ferrari hat seine schwierigste Herausforderung bestanden. Schumi hat Fangios Rekord geknackt. Schumacher/Ferrari: eine perfekte Ehe aus Kaltblütigkeit und Stolz. Man hat versucht, die Übermacht Ferraris der letzten Jahre zu zähmen, indem neue Regeln eingeführt wurden. Der Weltstar eines außerordentlichen Teams hat am Schluss doch noch gesiegt. Auch mit Hilfe eines perfekten Kameraden wie Rubens Barrichello.

Tuttosport: Schumacher erobert seinen sechsten Titel, überholt Fangio und wird zum König aller Zeiten. Schumi, ein Mythos. Er wird unter Druck gesetzt, muss sich in Suzuka mit Platz acht begnügen, erobert aber trotzdem den Weltmeistertitel. Ferrari gewinnt am Ende einer der spannendsten Weltmeisterschaften der letzten Jahre auch den Konstrukteurstitel wieder.

La Repubblica: Schumi besiegt die Geschichte: Ja, wir sind die Besten. Ein Rennen mit Herzklopfen, dann aber die Feier für seinen sechsten Weltmeistertitel. Schumacher ist Barrichello aber vieles schuldig. Rubinho hat den kaltblütigen Räikkönen in die Schranken gewiesen, er ist wie ein mutiger Kapitän gefahren und hat große Verwandtschaft mit dem F2003 GA bewiesen. Unfälle, Fehler und Spannung: Rubens war entscheidend für das Resultat.

Corriere della Sera: Sechsmal Schumi. Er ist erfolgreicher als Fangio und wird mit Ferrari eine Legende. Montezemolo überglücklich: Nur außerordentliche Menschen können diese Resultate feiern. Die Phase des Ferrari-Erfolgs ist nicht zu Ende, die italienische Technologie dominiert weiter die Formel 1.

Japan:
Sankei Sports: Schu ist zum sechsten Mal der König. Das ist ein Monumentalwerk, das er durch hartes Kämpfen errichtet hat. Aber es wird für immer und ewig glänzen.

Hochi Sports: Die Tür der Geschichte wurde erst nach hartem Kampf geöffnet. Schumacher und Ferrari sind in Suzuka zu einer Legende geworden.

Sports Nippon: Die japanischen Fans haben den historischen Moment erlebt: Der rote Kaiser, der den Titel als der Beste in der Geschichte mit seiner eigenen Kraft gewonnen hat, fuhr die Ehrenrunde in Siegerpose.

Schweiz:
Blick: Bravo Schumi - aber die Formel 1 braucht einen neuen Champion.

Neue Zürcher Zeitung: Dem hoch technisierten Wanderzirkus mangelt es nach wie vor an Unterhaltungswert. Den Fans an der Rennstrecke wird im Vergleich zu den hohen Eintrittspreisen zu wenig geboten.

Tages-Anzeiger: Bisher der Schnellste, jetzt der Größte.

Finnland:
Ilta-Sanomat: Es war ein sehr enges Rennen. Danach war Schumi betrunken und zerlegte das Motorhome von Toyota.

Iltalehti: Räikkönen hätte nur drei Punkte benötigt, um den Titel zu gewinnen. Und das ist eine große Leistung mit dem momentanen McLaren.

Helingin Sanomat: Kimi lieferte Schumacher ein hartes Rennen, obwohl sein Auto nicht so gut war wie er. Er machte zu Saisonbeginn einige Fehler, aber der Hauptgrund, weshalb er die Weltmeisterschaft nicht gewonnen hat, ist, dass sein Auto nicht gut genug war.

England:
The Sun: Sechster Titel trotz der Sabotageversuche seines Bruders.

Daily Express: Super-Schu ist wirklich Klasse. Schumacher ging wie ein Vikar, der ältere Frauen zum Tee fährt, in die Geschichte ein.

The Guardian: Schumacher gleitet in die Geschichte. Der kühle, kalkulierende Eroberer steht in glorreicher Isolation auf dem Gipfel der Formel 1.

Daily Star: Schu auf Sauftour nach Rekordtitel. Bier der Freude.



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