Schumacher-Interview "Wir waren uns ziemlich sicher"

Mit der vorgezogenen Jungfernfahrt des F2005 wollte Ferrari beim Bahrein-Grand-Prix den Anschluss an die WM-Spitze herstellen. Doch es kam noch schlimmer als in Australien und Malaysia. Weltmeister Michael Schumacher verteidigt die Strategie der Scuderia.


Michael Schumacher: Mit Skepsis nach Imola
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Michael Schumacher: Mit Skepsis nach Imola

Frage:

Herr Schumacher, warum sind Sie ausgeschieden?

Schumacher: Nach unserem momentanen Wissensstand liegt es an einem Hydraulikdefekt. Warum, weshalb und wie der zu Stande gekommen ist, wissen wir nicht. Am Anfang des Rennens sind relativ viele Teile durch die Gegend geflogen. Gut möglich, dass ich eines aufgesammelt habe und das den Kühler kaputt gemacht oder eine Leitung beschädigt hat.

Frage: Seit 1999 hat jedes neue Ferrari-Modell im ersten Rennen direkt gewonnen. Kam der Einsatz für den neuen F2005 schon in Bahrein zu früh?

Schumacher: Bei einem neuen Auto hat man immer Zweifel, um ehrlich zu sein. Aber wir waren uns ziemlich sicher. Ich kann da auch niemandem irgendwo einen Vorwurf machen. Das wäre völlig fehl am Platze. Ich glaube, dass das absolut die richtige Strategie war. Ich denke, in erster Linie sollten wir rauskriegen, was passiert ist. Und wenn es so ist, dass wirklich ein Teil etwas beschädigt hat, das von außerhalb eingedrungen ist, dann kann auch das bestausgetestete Auto nichts daran ändern.

Frage: Der Rückstand von 24 Punkten auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso ist mittlerweile schon sehr groß. Wie wollen Sie das noch aufholen?

Schumacher: Fernando macht einen guten Job, deshalb steht er ganz oben. Wir können nur weiter hart arbeiten und auf dem Speed von hier aufbauen. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit zum Testen, und dann werden wir in Imola wieder angreifen.

Frage: Beim nächsten Rennen müssen Sie im ersten Qualifikationstraining wegen Ihres Ausfalls aber früh raus. Ein nächster Nachteil?

Schumacher: Das hilft sicher nicht. Ich kann es aber auch nicht ändern. Es ist, wie es ist.

Frage: Was können Sie als Fahrer bis Imola verbessern?

Schumacher: Wir können eigentlich nur weiterhin so hart arbeiten, wie wir das getan haben. Wir haben die Erfolge gesehen. Mit unserem Auto waren wir sehr gut unterwegs. Nicht nur im Qualifying, sondern auch im Rennen ganz speziell. Ich bin sehr zuversichtlich.

Aufgezeichnet nach RTL und Premiere



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