Vettels Zukunft in der Formel 1 Deshalb ist ein Wechsel zu Mercedes unwahrscheinlich

Laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff wird es kein guter Formel-1-Rennstall ignorieren, wenn Sebastian Vettel verpflichtet werden kann. Gilt das auch für Wolffs Team? Es hängt an Lewis Hamilton.
Sebastian Vettel fährt noch ein halbes Jahr in Rot

Sebastian Vettel fährt noch ein halbes Jahr in Rot

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Andy Hone/ imago images/Motorsport Images

Sebastian Vettel verlässt Ferrari zum Ende der Saison. Ein Verbleib des viermaligen Weltmeisters in der Formel 1 ist ungewiss, für Vettel gibt es nur wenige Optionen auf ein Cockpit mit Chancen auf Podestplätze. Immerhin hat nun Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff eine Vettel-Verpflichtung nicht komplett ausgeschlossen, wirklich wahrscheinlich ist ein Wechsel zu den Silberpfeilen jedoch nicht.

"Beim Blick in die Zukunft sind wir natürlich zunächst einmal unseren derzeitigen Fahrern gegenüber zu Loyalität verpflichtet", sagte Wolff der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Aber kein gutes Team wird es einfach ignorieren, wenn ein viermaliger Weltmeister plötzlich auf dem Transfermarkt auftaucht." Die Verträge der beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas laufen Ende 2020 aus. Sollte Hamilton verlängern, wird Vettel kaum in den Silberpfeil wechseln. Ein direktes Duell mit dem sechsfachen Weltmeister scheut der 32-Jährige, und auch Mercedes will keine Unruhe im Team.

Als Mercedes wolle man "die besten Autos bauen und dafür die besten Fahrer haben, dabei spielt die Herkunft keine Rolle", führte Wolff aus. Im Gespräch mit dem ORF präzisierte der Teamchef: "Für uns stellt sich die Frage, was wir mit George Russell machen. Das ist eine Option. Dann kommt auch eine Sebastian-Vettel-Variante dazu." Dies sei aber nicht "die allererste Agenda", weil man sich auf den eigenen Fahrerkader konzentrieren müsse. Russell, 22, gehört zum Mercedes-Programm und war Testfahrer der Silberpfeile, derzeit ist er Stammpilot beim Williams-Team.

Bis zum Jahresende wird Vettel den letzten Versuch unternehmen, mit Ferrari doch noch Weltmeister zu werden. Derzeit ist aber ungewiss, wie viele Rennen in der Formel 1 tatsächlich stattfinden werden. Derzeit ist der Saisonstart für den 5. Juli in Österreich geplant. "Sebastian hat alle Fäden in der Hand", sagte Wolff. "Er kann selbst entscheiden, ob er aufhören will oder bei einem anderen Team unterkommt. Es gibt noch einige interessante Plätze."

Vettel galt als Kandidat bei McLaren, dort wurde unter der Woche jedoch Daniel Ricciardo als Zugang vermeldet. Somit bleibt für Vettel nur Renault, denn ein Wechsel zu den sportlich unterlegenen Teams Alfa Romeo, Haas oder Williams ist angesichts der Ambitionen von Vettel schwer vorstellbar. Selbst Renault bietet derzeit sportlich zu wenig, allerdings könnte im neuen Reglement 2022 ein neuer Angriff der Franzosen erfolgen. Vettel könnte aber auch einfach seine Karriere beenden.

krä/sid
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