Sebastian Vettel über Fan-Belästigungen »Wer auch immer diese Leute sind, sie sollten sich schämen«

Beim Formel-1-Rennen in Spielberg sollen Zuschauerinnen rassistisch, homophob und sexistisch beleidigt worden sein. Sebastian Vettel fordert harte Konsequenzen. Max Verstappen bringt eine Alkoholgrenze ins Spiel.
Sebastian Vettel in Spielberg: »Ich denke, es sollte null Toleranz geben«

Sebastian Vettel in Spielberg: »Ich denke, es sollte null Toleranz geben«

Foto: Bryn Lennon / Getty Images

Sebastian Vettel hat nach den Berichten über rassistische, homophobe und sexistische Beleidigungen am Rande des Formel-1-Rennens im österreichischen Spielberg deutliche Konsequenzen gefordert. »Wer auch immer diese Leute sind, sie sollten sich schämen und auf Lebenszeit von Rennveranstaltungen ausgeschlossen werden«, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister: »Ich denke, es sollte null Toleranz geben«.

Es sei in Ordnung, sich zu amüsieren und zu viel zu trinken. »Aber das rechtfertigt oder entschuldigt kein falsches Verhalten«, sagte Vettel. Die Einschätzung teilten praktisch alle Formel-1-Fahrer.

Max Verstappen schlug in der Diskussion um das Fanverhalten eine Alkoholgrenze als möglichen Lösungsansatz vor. »Du machst manchmal dumme Sachen, wenn du Alkohol trinkst. Ich will damit nichts entschuldigen. Aber man könnte das regulieren. Es gibt eine bestimmte Menge an Alkohol«.

Am Grand-Prix-Wochenende von Spielberg hatten vor allem Frauen bei Twitter  unter anderem von Pfiffen gegen sich oder andere Frauen berichtet. Ein Mädchen, das Eis verkauft habe, sei pausenlos von älteren betrunkenen Männern belästigt worden. Einem weiblichen Fan von Lewis Hamilton soll von Verstappen-Anhängern gesagt worden sein, dass sie keinen Respekt verdienen würde. Bei den Tätern soll es sich überwiegend um niederländische Fans handeln. Verifizieren ließen sich solche Schilderungen zunächst nicht.

Die Formel 1 reagierte umgehend mit einem Statement . Darin war von »völlig inakzeptablen Kommentaren« beim Großen Preis von Österreich die Rede. »Wir nehmen diese Angelegenheiten sehr ernst.« Kurz danach meldete sich auch Rekordweltmeister Hamilton zu Wort. Er sei »angewidert und enttäuscht, zu hören, dass einige Fans mit rassistischem, homophobem und generell beleidigendem Verhalten« konfrontiert seien, schrieb er bei Instagram. Es sei jetzt Zeit zum Handeln.

Ferrari-Fahrer Charles Leclerc hatte das Rennen in Österreich gewonnen. Er setzte sich vor Max Verstappen im Red Bull und Lewis Hamilton im Mercedes durch. Mick Schumacher erkämpfte sich als Sechster in seinem Haas-Rennwagen zum zweiten Mal nacheinander Punkte und schaffte das beste Resultat seiner noch jungen Karriere. Sebastian Vettel musste sich mit Platz 17 begnügen, in seinem Aston Martin war er zwischenzeitlich von der Strecke abgekommen und zurückgefallen.

aar/dpa
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