Sexvideo-Affäre Automobilclubs fordern Mosley zum Rücktritt auf

"Ihr Image, ihre Reputation und ihre Glaubwürdigkeit werden gerade ernsthaft zerfressen": In einem Brief an Max Mosley haben zahlreiche Automobilclubs den vorzeitigen Rückzug des Fia-Präsidenten gefordert. Die Ablösung des Briten kann Anfang Juni erfolgen.


Hamburg - Fünf Tage vor der Generalversammlung des Automobil-Weltverbandes (Fia), bei der Präsident Max Mosley die Vertrauensfrage stellen wird, wächst der Druck auf den 68-jährigen Briten weiter. 24 in der Fia organisierte Automobilclubs, darunter auch der ADAC, haben in einem am heutigen Donnerstag bekannt gewordenen Brief an Mosley offen dessen Rücktritt gefordert.

Fia-Präsident Mosley: Rücktritt gefordert
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Fia-Präsident Mosley: Rücktritt gefordert

"Wir glauben, dass der einzig richtige Schritt für die Fia und für Sie selbst wäre, einen ordnungsgemäßen Übergang einzuleiten und sofort zurückzutreten", zitiert unter anderem "Motorsport-total.com" aus dem Schreiben, das am frühen Donnerstagmorgen vom kanadischen Club CAA an Mosley abgeschickt wurde: "Die Fia befindet sich in einer kritischen Situation. Ihr Image, ihre Reputation und ihre Glaubwürdigkeit werden gerade ernsthaft zerfressen. Jeder weitere Tag in dieser Situation vergrößert den Schaden. Es gibt keinen Weg zurück."

Die 24 Clubs aus 22 Ländern, darunter neben dem ADAC auch der AAA aus den USA sowie der JAF aus Japan, repräsentieren gemeinsam mehr als 85 Prozent aller Mitglieder, die unter dem Dach der Fia organisiert sind. Zur außerordentlichen Generalversammlung am 3. Juni in Paris sind alle 222 Mitglieder der Fia eingeladen, um über Mosleys Zukunft nach dessen Sex-Affäre abzustimmen.

In dem Brief drückten die Verbände zudem ihr Bedauern aus, dass Mosley zuletzt einen Kompromissvorschlag von Fia-Vizepräsident Franco Lucchesi abgelehnt hatte. Der Brite hätte demnach noch bis November 2008 im Amt bleiben und dann zurücktreten sollen. "Dies wäre eine konstruktive Art und Weise, einen ordnungsgemäßen Übergang zu schaffen und die gegenwärtige Krise zu bereinigen. Stattdessen legt Ihre Absicht, die Amtszeit bis Ende 2009 zu erfüllen, den Verdacht nahe, dass persönliche Interessen vor jene der Fia und ihrer Mitgliedsclubs gestellt werden", heißt es in dem Brief weiter.

chp/sid/dpa

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