Sexvideo-Affäre Ferrari-Boss kritisiert Mosley - und hält zu ihm

Rücktritt von der Rücktrittsforderung: Wenige Stunden, nachdem Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo Fia-Chef Max Mosley den Abschied nahegelegt hatte, erklärte er in einer Pressemitteilung, dass er voll und ganz hinter dem Briten stehe.


Rom - "Ich bin glücklich, dass Max Mosley wiedergewählt wurde als Präsident der Fia", verkündete Montezemolo in einem offiziellen Ferrari-Statement am Donnerstag. "Er hat soviel exzellente Arbeit für die Formel 1 in den vergangenen Jahren geleistet. Mit Blick auf die Zukunft, liegt es ganz allein an ihm zu entscheiden, wann er einen Schritt zurück machen sollte." Diese Haltung des Ferrrai-Bosses verblüfft.

Ferrari-Boss Montezemolo: "Ich bin glücklich"
REUTERS

Ferrari-Boss Montezemolo: "Ich bin glücklich"

Denn wenige Stunden zuvor hatte Monzezemolo im Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur Ansa über Mosley gesagt: "Er sollte einsehen, dass es Situationen im Leben gibt, in denen man der eigenen Glaubwürdigkeit zuliebe freiwillig seinen Platz räumen muss." Im Sender Bloomberg TV wiederholte der Italiener diese Aussage, betonte aber bereits, er freue sich, dass Mosley weiter da ist.

Seit Dienstag ist klar, dass der umstrittene Mosley als Chef des Automobil-Weltverbandes offiziell im Amt bleiben darf. Zu dieser Entscheidung kam die Fia-Generalversammlung, nachdem der 68-Jährige die Vertrauensfrage gestellt hatte. Als Reaktion auf diese Entscheidung hatte der deutsche Vertreter ADAC angekündigt, ab sofort seine Fia-Ämter ruhen zu lassen.

Max Mosley war nach einem in einer britischen Zeitung veröffentlichten Sex-Video in die Kritik geraten und von vielen Mitgliedsverbänden zum Rücktritt aufgefordert worden. Auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte Mosley wenige Tage vor der Fia-Abstimmung gedrängt, sein Amt aufzugeben.

Der Brite, seit 1993 als Fia-Präsident oberster Regelhüter im Motorsport, bleibt somit bis Herbst 2009 im Amt. Mosley hatte für den Fall seines Triumphes vor dem "Fia-Tribunal" angekündigt, nicht noch einmal kandidieren zu wollen.

wit/sid



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