Silberpfeile "Fahren mit eigener Kraft an die Spitze"

In einem Interview erklärt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, warum ihn der Ausfall der beiden "Silberpfeile" beim Auftaktrennen nicht beunruhigt und was sich der Rennstall für Brasilien vorgenommen hat.


Norbert Haug, Mika Häkkinen, Erja Häkkinen: "Ursachen festgestellt"
DPA

Norbert Haug, Mika Häkkinen, Erja Häkkinen: "Ursachen festgestellt"

Stuttgart - Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war von dem Ausfall der beiden Silberpfeile, nicht aber vom Ferrari-Doppelsieg durch Michael Schumacher und Rubens Barrichello beim Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne überrascht. "Ich hatte damit gerechnet, dass Ferrari stark ist. Warum sollte ich annehmen, dass ihnen wie in den vergangenen beiden Jahren zunächst eine Sekunde pro Runde auf uns fehlt", erklärte Haug in einem Interview mit der "Welt am Sonntag": "Ich hätte mir sogar vorstellen können, dass Ferrari zunächst mal schneller sein könnte als wir."

Ein ungleiches Kräfteverhältnis zwischen den beiden Top-Teams sieht der Schwabe derzeit aber nicht. "Im Vergleich zueinander sehe ich weder für Ferrari noch für uns große Vorteile. Aber das kann sich schon am nächsten Wochenende in Brasilien ändern", meinte Haug. Nervosität kommt im Silberpfeil-Team trotz der Nullnummer von Melbourne nicht auf. "Das Auftaktrennen hat gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind und aus eigener Kraft an der Spitze fahren können", sagte der Mercedes-Sportchef.

Der Fehler, der in Australien bei den beiden McLaren-Mercedes von Weltmeister Mika Häkkinen und David Coulthard zu Motorschäden geführt hatte, ist laut Haug gefunden: "Wir haben die Ursachen festgestellt und bereits in der Nacht zum Mittwoch einen Prüfstand-Dauerlauf über 600 Kilometer mit einem Motor der Brasilien-Spezifikation absolviert. Am Mittwoch sind wir mehr als eine Grand-Prix-Distanz in Silverstone gefahren."

Dass dieses Problem überhaupt auftrat, hat die Silberpfeil-Truppe allerdings schon überrascht. "Wir hatten so viel getestet wie nie zuvor", meinte Haug, der vor allem seine beiden Piloten bedauerte: "Sie waren fehlerlos unterwegs, wurden von unserem Defekt auf dem Weg zu einem möglichen Doppelsieg gestoppt."

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