Spekulationen Mercedes offenbar vor Schumacher-Verpflichtung
Rekordweltmeister Schumacher: Formel-1-Comeback im Mercedes?
Foto: Daniel Leiva/ APHamburg - Ein erneuter Comeback-Versuch von Formel-1-Rekord-Weltmeister Michael Schumacher scheint immer wahrscheinlicher: Nach Informationen von Bild.de hat sich Schumacher mit Mercedes mündlich über einen Einjahresvertrag für die Saison 2010 geeinigt. "Focus" berichtet zudem, es sei geplant, den siebenfachen Champion als Sport-Botschafter langfristig an das Unternehmen zu binden. Schumacher ist derzeit Berater bei Ferrari, soll einen neuen Dreijahresvertrag aber noch nicht unterschrieben haben und zuletzt über eine Auflösung aller Verpflichtungen mit der Scuderia verhandelt haben. Letzte Hürde sei eine ärztliche Untersuchung.
Schumachers Sprecherin Sabine Kehm wollte die Meldung auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE am Samstagmorgen nicht kommentieren. Ein Mercedes-Sprecher sagte: "Es wird immer spekuliert, solange ein Sitz in unserem Team nicht besetzt ist. Und manche Spekulationen sind eben auch Träume, die nicht in Erfüllung gehen." Schumacher selbst nahm am Samstag an einem Kartrennen in seiner Heimatstadt Kerpen teil und wollte die Meldung zumindest nicht dementieren: "Tut mir leid, dazu möchte ich nichts sagen. Ich bin hier zum Kartfahren und möchte einfach meinen Spaß haben.", sagte er der "Bild"-Zeitung und ergänzte: "Man weiß doch, wie so etwas läuft."
Im zurückliegenden Sommer war eine Formel-1-Rückkehr des 40-Jährigen als Ersatz für den verletzten Felipe Massa an den Spätfolgen eines Motorrad-Unfalls gescheitert. Offen ist, ob die schweren Hals- und Nackenblessuren inzwischen vollständig ausgeheilt sind. "Schumacher fühlt sich fit und gesund. Die letzten Tests verliefen komplett positiv", zitierte "Bild"-Zeitung einen angeblichen Insider. Ein möglicher Test im Formel-1-Boliden würde allerdings erst Anfang Februar stattfinden können, vorher sind diese laut Reglement nicht erlaubt. Im Sommer hatte Schumacher bei Testfahrten im Ferrari noch starke Schmerzen im Nacken verspürt.
"Da ist nichts dran"
"Es ist geil, was da passiert. Die Sache verselbständigt sich, obwohl ich immer wieder sage: "Da ist nichts dran", sagte Manager Willi Weber dem sid: "Ich weiß nichts davon. Ich tappe genauso im Dunkeln wie die Presse. Ich habe weder mit Mercedes gesprochen noch habe ich Termine mit ihnen."
Im Oktober hatte Michael Schumacher im SPIEGEL ein Comeback als Formel-1-Fahrer nicht ausgeschlossen: "Ich bereue meinen Rücktritt vor drei Jahren jetzt genauso wenig wie damals. Trotzdem gibt es keinen Grund, eine endgültige Aussage zu machen", betonte Schumacher damals. "Warum sollte ich mich festlegen?"
"Ich fänds klasse"
Alle Änderungen der Formel-1-Saison 2010 auf einen Blick:
Zehn statt wie bisher acht Fahrer erhalten Punkte. Der Sieger bekommt künftig 25 Zähler anstelle von zehn. Die weitere Punktwertung von Rang zwei bis zehn: 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2, 1.
19 Rennen sind geplant, zwei mehr als in dieser Saison. Südkorea feiert seine Premiere, Kanada kehrt zurück. Der Große Preis von Deutschland wird am 25. Juli in Hockenheim ausgetragen.
13 Teams haben einen Startplatz erhalten, drei mehr als in diesem Jahr. Neu sind BMW-Nachfolger Sauber, Lotus, Virgin, Hispania. Der eigentlich gemeldete Rennstall USF1 wird 2010 nicht starten. Mercedes fährt nach der Übernahme von Konstrukteursweltmeister Brawn mit einem eigenen Werksteam. Nicht mehr dabei: BMW und Toyota.
Da mehr Fahrer dabei sind, wird der Modus für das Ausfahren der Startaufstellung leicht geändert. In den ersten beiden Zeitabschnitten scheiden jeweils die acht langsamsten Piloten aus. So können in der entscheidenden Phase auch weiterhin die besten Zehn die ersten zehn Startplätze ausfahren.
Es ist der einschneidendste Eingriff. Nachtanken ist von 2010 an untersagt. Die Folge: Die Rennwagen müssen mit größeren Tanks ausgerüstet werden, starten mit deutlich höherem Gewicht in die Rennen als bisher. Es wird noch mehr als bisher auf die Entscheidungen zwischen weichen und harten Reifen ankommen.
Das Budget pro Team darf nicht über 100 Millionen Euro betragen.
Die Zahl der Mitarbeiter an einem Rennwochenende wird auf 45 pro Team begrenzt.
"Ich fänds klasse", hatte Nico Rosberg zu einer möglichen Verpflichtung von Schumacher gesagt. Der Sohn des früheren Weltmeister Keke Rosberg hat das erste Cockpit bei Mercedes GP sicher. Nick Fry, Geschäftsführer des Mercedes-Teams, hatte erklärt, dass ein Comeback von Schumacher gut für die Formel 1 sein könnte. "Egal, ob Michael oder ein anderer früherer Weltmeister - das würde ein anderes sehr interessantes Element hinzufügen. Kann ein 40- oder 41-Jähriger noch mit Fahrern konkurrieren, die erst 24 Jahre alt sind? In anderen Sportarten haben Leute bewiesen, dass sie dazu auch in diesem Alter noch fähig sind", sagte der Brite.