Spionage-Affäre Stepney soll mit Düngemittel manipuliert haben

Dem von Ferrari wegen mutmaßlicher Spionage entlassenen Nigel Stepney drohen laut einem italienischen Zeitungsbericht bis zu vier Jahre Haft. Experten haben das weiße Pulver, mit dem die Ferrari-Boliden von Stepney manipuliert worden sein sollen, als Düngemittel identifiziert.


Rom - Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" könnte der ehemalige Ferrari-Chefmechaniker Stepney wegen Spionage, Verbreitung von industriellen Geheimnissen und Sabotage zu einer Strafe von bis zu vier Jahren Haft verurteilt werden.

Ferrari-Bolide, Mechaniker: Halbes Kilo Düngemittel?
REUTERS

Ferrari-Bolide, Mechaniker: Halbes Kilo Düngemittel?

Laut "Gazzetta" habe der Techniker von McLaren, Mike Coughlan, Stepney schwer belastet und bestätigt, dass ihm der mittlerweile entlassene Stepney Dossiers über den Rennstall von Maranello gesendet hatte. Die Polizei von Modena hatte vor kurzem einen Computer des Ex-Ferrari-Mechanikers beschlagnahmt.

Nach Angaben von Experten ist das weiße Pulver, das Stepney angeblich vor dem Grand Prix von Monte Carlo in die Ferrari-Autos geschüttet hat, Düngemittel. Mindestens ein halbes Kilo des Pulvers soll der 48-Jährige verwendet haben. Offizielle Angaben über die Substanz sollen jedoch erst Anfang August bekannt gegeben werden.

Stepney soll nächste Woche in Modena vernommen werden. "Er beteuert seine Unschuld und ist sicher, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird und dass andere Personen in den Sog der Ermittlungen geraten werden", sagte Stepneys Rechtsanwältin Sonia Bartolini.

Ferrari hatte vor drei Wochen bei einem Gericht in Modena Klage gegen Stepney eingereicht. Im Zuge der Ermittlungen gegen den britischen Chefmechaniker hatte McLaren von den Behörden in Modena den Hinweis bekommen, dass vertrauliche Ferrari-Daten an einen der eigenen Mitarbeiter, Coughlan, weitergegeben worden waren. McLaren hat stets betont, dass nur Coughlan im Besitz dieser Daten gewesen sei, er nicht im Auftrag des Rennstalls gehandelt habe und keine technischen Informationen des Rivalen verwendet worden seien.

goe/sid



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.