Spionage-Affäre Weitere Hausdurchsuchung bei Ex-Ferrari-Mechaniker

In der Spionage-Affäre der Formel 1 hat es erneut eine Hausdurchsuchung gegeben. Die Villa des entlassenen Ferrari-Chefmechanikers Nigel Stepney wurde bereits zum zweiten Mal untersucht. Bei den an McLaren-Mercedes weitergegebenen Daten soll es sich um Baupläne handeln.


Hamburg - Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa weiter meldete, seien in der Villa nahe Modena Ordner sowie Computerdaten sichergestellt worden. Zugleich hieß es, der beschuldigte Stepney sei möglicherweise bereits vergangene Nacht aus einem Ferienaufenthalt auf den Philippinen nach Italien zurückgekehrt. Er sei bei der Hausdurchsuchung aber nicht dabei gewesen.

Ferrari F2007: Baupläne weitergegeben?
AP

Ferrari F2007: Baupläne weitergegeben?

Stepney wird vorgeworfen, technische Daten seines ehemaligen Arbeitgebers Ferrari an den Konkurrenten McLaren-Mercedes weitergegeben zu haben. In der Gesamtwertung führt vor dem Großen Preis von Großbritannien am Sonntag der Brite Lewis Hamilton (64 Punkte) vor Teamkollege und Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien/50). Das Ferrari-Duo Felipe Massa (Brasilien/47) und Kimi Räikkönen (Finnland/42) belegt die Ränge drei und vier.

Bei den Betriebsgeheimnissen soll es sich nach Informationen des Fachmagazins "auto, motor und sport" um Konstruktionszeichnungen und Daten des aktuellen Ferrari F2007 handeln. Außerdem geht es italienischen Medien zufolge um vertrauliche Details zu internen Strukturen und Arbeitsabläufen in der Firmenzentrale bei Ferrari. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sprach von einer Angelegenheit von "bisher beispiellosem Ausmaß".

Stepney stand 14 Jahre in Diensten der Scuderia. Von 1993 bis 2001 war er Chefmechaniker, im Jahr 2002 war er für das Betanken der Rennwagen während der Grand Prix's verantwortlich. Stepney soll sich nach dem Weggang von Technik-Chef Ross Brawn Ende der vergangenen Saison Hoffnungen auf dessen Nachfolge gemacht haben.

goe/dpa



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