Spionage-Verdacht Fia ermittelt gegen Renault

Der Formel 1 droht der nächste Skandal: McLaren-Mercedes, wegen Spionage bei Ferrari verurteilt, soll im vergangenen Jahr selbst Opfer eines Datenklaus geworden sein. Der Automobil-Weltverband Fia leitete eine Untersuchung gegen Konkurrent Renault ein.


Hamburg - Die Formel 1 kommt auch nach Abschluss der Saison 2007 nicht zur Ruhe. Die Fia teilte heute mit, dass Verantwortliche des Renault-Teams zu einer Anhörung vor dem World Motor Sport Council der Fia am 6. Dezember in Monaco geladen wurden. Dort sollen sie sich zu Vorwürfen äußern, zwischen September 2006 und Oktober 2007 im Besitz vertraulicher Daten des Konkurrenten McLaren-Mercedes gewesen zu sein.

Konkurrenten McLaren-Mercedes (oben) und Renault: Genauer unter die Lupe genommen?
DPA

Konkurrenten McLaren-Mercedes (oben) und Renault: Genauer unter die Lupe genommen?

Wegen des gleichen Vergehens, das einen Bruch des Artikels 151c des International Sporting Code der Fia darstellt, waren McLaren-Mercedes am 13. September in Paris vom World Council alle Konstrukteurspunkte für 2007 aberkannt worden. Zudem wurde das Team mit der Rekord-Geldstrafe von hundert Millionen Dollar verurteilt.

Bei den fraglichen Daten, die ein früherer McLaren-Mitarbeiter bei seinem Wechsel zu Renault mitgenommen haben soll, handelt es sich laut Fia um Informationen über das Layout und spezifische Abmessungen des Autos sowie um Details über das Benzinsystem, Getriebeabstufungen, die Ölkühlung, das Hydrauliksystem und eine neue Federungskomponente, die 2006 und 2007 von McLaren-Mercedes verwendet wurde.

Zudem hat die Fia den Silberpfeil für 2008 unter die Lupe genommen. Das hatte der Verband im Zuge des Urteils in der Spionage-Affäre um McLaren-Mercedes und Ferrari angekündigt. Nach einem Bericht der englischen Tageszeitung "Daily Mail" hat eine größere Abordnung von unabhängigen Technikern und Spezialisten zwei Tage lang im McLaren-Hauptquartier Paragon im englischen Woking Konstruktionspläne und Computerdaten über den Rennwagen für die kommende Saison inspiziert und zudem Daten für weitere Analysen mitgenommen.

Weder die Fia, die sich auf eine laufende Untersuchung berief, noch das Team wollten die Aktion bestätigen. Von McLaren-Seite hieß es allerdings, dass weitere Untersuchungen Teil der Entscheidung des World Motor Sport Council der Fia gewesen seien und das Team in diesem Punkt voll mit dem Weltverband kooperiere.

fpf/sid



insgesamt 213 Beiträge
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Seite 1
DJ Doena 04.07.2007
1.
Es hätte mich eher der Fakt überrascht, dass es keine Spionage geben sollte.
amrod, 04.07.2007
2.
Zitat von DJ DoenaEs hätte mich eher der Fakt überrascht, dass es keine Spionage geben sollte.
Seh ich auch so. Ferrari hat in den letzten Jahren genauso schmutzige Tricks (und mit Sicherheit auch Spionage) angewandt, wie alle anderen Teams auch. Die Leistungen von Mercedes mit Spionage in Verbindung zu bringen ist allerdings Blödsinn. Die hätten ihr Auto niemals so schnell mit Ferrari-Technologie aufmotzen können. Höchstens gezielte Sabotage an den Ferraris wäre eine Erklärung. Aber soweit wollte wohl selbst der Autor (offfensichtlich ein Ferrari-Fan) nicht gehen...
TommIT, 04.07.2007
3.
Zitat von amrodSeh ich auch so. Ferrari hat in den letzten Jahren genauso schmutzige Tricks (und mit Sicherheit auch Spionage) angewandt, wie alle anderen Teams auch. Die Leistungen von Mercedes mit Spionage in Verbindung zu bringen ist allerdings Blödsinn. Die hätten ihr Auto niemals so schnell mit Ferrari-Technologie aufmotzen können. Höchstens gezielte Sabotage an den Ferraris wäre eine Erklärung. Aber soweit wollte wohl selbst der Autor (offfensichtlich ein Ferrari-Fan) nicht gehen...
Sagen sie einmal?? Bei allem Respekt warum neigen kleine Leute immer zu diese 'Ich will als Kleiner von allen gleich besch... werden Logik? Stehen wir da drauf? Ich nicht! Ferrari hat beschissen Es wurde bewiesen Raus mit Ferrari aus der Saison Mercedes hat besch... Raus mit Mercedes Solange alle raus bis ich mit dem alten VW Käfer die Formel 1 WM gewinnen kann. Es gibt nichts bekloppteres als der Masochistische Kleindumm Fan.Immer will er gleich aus Gerechtigkeitsgünden von allen teams angep..... werden für seine 300 Euro Gold Karte.... Wir Deutschen Fnas haben in der Hinsicht echt einen an der (Gerechtigkeits)klatsche... oder ist das etwa eine reine Präkariatsmacke? Übrigens 70% der Verkehrstoten sind Männer... Quotenregelung aus Gerechtigkeit? So gut Hamilton auch sein mag als Fahrer, zur Entwicklung des F1 McLaren kann er noch nict soviel beigetragen haben!
Klo, 04.07.2007
4.
Zitat von sysopWie sauber geht es in der Königsklasse des Motorsports zu? Mit welchen versteckten Tricks verschaffen sich die Teams Vorteile gegenüber der Konkurrenz und wie kann man Ihrer Meinung für mehr Ausgeglichenheit zwischen kleinen und großen Rennställen sorgen?
Werksspionage ist das Doping der Formel 1. Wieso sollte es das ausgerechnet dort nicht geben?
tschoemitoe, 04.07.2007
5. schon eklatant
Ferrari war anfangs total überlegen, dann kam plötzlich ein riesen Schritt von McLaren, der zeitlich komischerweise ziemlich genau mit den dargestellten Vorwürfen passt. Das sind natürlich keine Beweise, aber schon deutliche Indizien. Fakt ist, dass z.B. McLaren anfangs erhebliche Probleme mit den neuen Bridgestone-Reifen hatte. Diese wurden in Monaten der Vorbereitung auf die Saison nicht gelöst, dafür dann aber innerhalb weniger Wochen während der Saison?! Komischer Zufall... Ob Ferrari oder wer auch immer auch schon mal betrogen hat, spielt doch gar keine Rolle. Von Spionage wurde in den letzten Jahren immer mal wieder gesprochen, aber als Primus hatte es Ferrari wohl nicht nötig, selbst zu spionieren. Toyota wurde beschuldigt, bei Ferrari spioniert zu haben, jetzt McLaren. Ich denke auch, dass diese Form der Industriespionage durchaus üblich ist. Dennoch eher unangenehm, wenn sowas ans Licht kommt... Ferrari hat sich den Mitarbeiter selbst zum Feind gemacht, daher war soetwas eigentlich absehbar. Genauso glaube ich es nicht, wenn McLaren behauptet, die erhaltenen Informationen nicht verwendet zu haben...
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