Streit um Stallorder Ferrari will weiterhin tricksen

Die Empörung über den geschenkten Sieg von Michael Schumacher beim Großen Preis von Österreich war groß. Trotz aller Proteste denkt Ferrari jedoch nicht daran, künftig auf die umstrittene Stallregie zu verzichten.


Erfolgreiches Team: Ross Brawn und Michael Schumacher
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Erfolgreiches Team: Ross Brawn und Michael Schumacher

Hamburg - "Wenn es im Rennen um wertvolle WM-Punkte für das Team geht, werden wir uns weiterhin strategische Entscheidungen vorbehalten", sagte der für die Rennstrategie maßgeblich verantwortliche Ferrari-Technikchef Ross Brawn in einem Interview der "Welt am Sonntag".

Die Ferrari-Strategie sei bekannt und verstoße nicht gegen irgendwelche Bestimmungen, betonte Brawn. "Ich verstehe deshalb die Aufregung nicht, denn grundsätzlich bekommen Michael und Rubens dasselbe Material, keiner wird benachteiligt", erklärte der Engländer.

"Es geht um Ferrari und um Erfolg für das Team"

Der zweite Ferrari-Fahrer Rubens Barrichello hatte dem in der Weltmeisterschaft deutlich führenden Michael Schumacher zuletzt beim Großen Preis von Österreich in Spielberg nach Anweisung des Teams kurz vor dem Ziel den Grand-Prix-Erfolg überlassen müssen. Seitdem wurde der italienische Rennstall heftig kritisiert ("Sieg der Schande").

"Es geht um Ferrari und um Erfolg für das Team. Solange bei Ferrari ein Fahrer existiert, der eine bessere Chance hat als sein Kollege, den WM-Titel zu gewinnen, wird es aus diesem Grund Vorteile für diesen Fahrer geben", verteidigte Brawn die umstrittene, aber erfolgreiche Ferrari-Taktik.



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