Traditionsstrecke Hockenheim beschließt Ausstieg aus der Formel 1

Nach den Teams gehen der Formel 1 nun auch die Strecken aus: Der Gemeinderat der Stadt Hockenheim hat beschlossen, das defizitäre Rennen nicht mehr zu organisieren. Sollte sich kein neuer Veranstalter finden, wird es 2010 keinen Grand Prix in Deutschland geben.


Hamburg - Die Stadt Hockenheim hat den Rückzug aus der Formel 1 beschlossen, doch ein endgültiges Aus soll die einstimmige Entscheidung des Gemeinderats nicht bedeuten. Dies betonte Oberbürgermeister Dieter Gummer nach der Sitzung in der Stadthalle am Dienstagabend. "Wir wollen aus unserer Rolle heraus, nämlich aus der Promoterrolle. Wir können und wollen 2010 nicht durchführen", sagte Gummer.

Formel-1-Strecke Hockenheimring: Vorerst kein Rennen 2010
AP

Formel-1-Strecke Hockenheimring: Vorerst kein Rennen 2010

Mit dem Beschluss habe der Gemeinderat aber gleichzeitig die "Möglichkeit eröffnet, weitere Optionen umzusetzen. Darunter ist sehr vieles vorstellbar und hier sind wir auch in der Diskussion", so der Oberbürgermeister und kündigte Gespräche mit dem Rechtemitinhaber der Formel 1, Bernie Ecclestone, an.

Sollte aber keine andere Lösung gefunden werden, wird es 2010 keinen Großen Preis auf dem Hockenheimring geben, der 1970 erstmals und seitdem insgesamt 31 Mal Gastgeber der Formel 1 war. Damit könnte es sogar zu dem seit vielen Jahren einmaligen Fall kommen, dass gar kein Rennen in Deutschland stattfindet. Seit 2006 wechseln sich Hockenheimring und Nürburgring jährlich ab. In diesem Jahr ist der Nürburgring an der Reihe.

In Hockenheim sieht sich die Stadt, die mit 94 Prozent Hauptanteilseigner der Betreibergesellschaft ist, außerstande, das prognostizierte Defizit von sechs Millionen Euro allein für 2010 zu tragen. Die Stadt könne diesen Fehlbetrag nicht finanzieren, sagte Gummer. Für 2010 bedeute es andererseits, "dass wir die Tür offen gehalten haben für wen auch immer im Rahmen einer Formel-1- Veranstaltung".

In einem Brief schlug Ecclestone bereits vor, dass man gemeinsam an einer Lösung arbeiten werde. Denkbar ist, dass der Brite selbst als Veranstalter auftritt. Prüfen will der 78-Jährige auch, ob der Hockenheimring überhaupt ohne finanziellen Schaden aus dem Vertrag für 2010 herauskommen kann.

Seit 2004 waren die finanziellen Verluste durch die Austragung des Deutschland-Grand-Prix immer größer geworden. 2008 betrug das Defizit 5,3 Millionen Euro. Gummer: "Die Formel 1 trägt den Nimbus eines Imageträgers, gleichzeitig aber auch eines Verlustträgers."

jar/dpa

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Maspik 21.06.2009
1. Name ist Programm
Gibt es im SpoN-Sport auch was anderes als Formel 1? Wie wäre es mit *"Formel 00"?*. Denn es gibt viele Gemeinsamkeiten und Sprüche, die auf die Autofetischisten vom Dienst ganz gut passen...
Tomkick, 21.06.2009
2.
Zitat von MaspikGibt es im SpoN-Sport auch was anderes als Formel 1? Wie wäre es mit *"Formel 00"?*. Denn es gibt viele Gemeinsamkeiten und Sprüche, die auf die Autofetischisten vom Dienst ganz gut passen...
Nein, Bundesliga hat Sommerpause.
Obiwan72, 21.06.2009
3. Who cares about F1 anyways
lasst dieses Intrigantenstadl untergehen!
KritischerDenker 21.06.2009
4.
Zitat von sysopBernie Ecclestone hat Verständnis für den Protest der Teams, Max Mosley verzichtet auf eine Klage und will zurück an den Verhandlungstisch: Besteht doch noch Hoffnung auf eine reguläre Formel-1-Saison 2010? Oder kommt es zu einer alternativen Serie um die rebellischen Rennställe?
Erst zerbricht sie, nun steht sie kurz vor der Rettung. Man brauch eben Schlagzeilen ... . :-) Ich persönlich hoffe, dass die Formel 1 zerbricht. Die Millionensummen die in diesen Sport hineingesteckt werden - nicht mehr zu verantworten! Und sagen Sie mir jetzt nicht, dass dieses Geld in "Forschung" fließt die den normalen PKW voranbringt; das ist nämlich nicht der Fall. Würde man den kompletten Formel 1-Etat in gemeinsame (!) (PKW-)Forschung stecken, ich bin fest davon überzeugt, dann würden wir in 4-5 Jahren alle finanzierbare und schnelle 3 Liter Autos bauen können! Alternative Antriebe mal gar nicht mit einbezogen. http://www.mdr.de/mdr-info/6045273.html Ich bin selber begeiserter Ingenieur, vielleicht habe ich auch einen zu grünen Daumen und sehe es etwas zu einseitig, aber die Formel 1 bleibt für mich eine Show der Umweltverschmutzung und der Verschwendung. BTW: An der Etatspitze liegt übrigens Toyota mit geschätzen 430.000.000 EURO/ Saison. (dahinter Ferrari und Mclaren mit jeweils 400 Millionen)
peterpretscher 21.06.2009
5.
Zitat von sysopBernie Ecclestone hat Verständnis für den Protest der Teams, Max Mosley verzichtet auf eine Klage und will zurück an den Verhandlungstisch: Besteht doch noch Hoffnung auf eine reguläre Formel-1-Saison 2010? Oder kommt es zu einer alternativen Serie um die rebellischen Rennställe?
Lasst die Piratenserie der rebellischen Rennstaelle doch kommen. Dann wird es wieder interessant!
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