Vettel vs. Webber "Der Teamkollege ist der Erste, den man schlagen will"

Sebastian Vettel widerspricht seinem Teamkollegen Mark Webber: Red Bull habe sich noch nicht auf eine Rangfolge unter den Fahrern festgelegt, sagte der Formel-1-Pilot dem SPIEGEL. Es herrsche eine gewisse Distanz zwischen ihm und dem Australier: "Jeder sucht seinen eigenen Vorteil."
F1-Pilot Vettel: "Es herrscht immer eine gewisse Distanz"

F1-Pilot Vettel: "Es herrscht immer eine gewisse Distanz"

Foto: Mark Thompson/ Getty Images

Sebastian Vettel

Hamburg - Der deutsche Formel-1-Pilot hält die Kritik seines Teamkollegen Mark Webber (Australien) am Führungsstil bei Red Bull Racing für unberechtigt. "Vorrangig geht es um das Team. Ein Rennfahrer sieht die Dinge meist sehr eigensinnig. So auch in diesem Fall", sagt der Vizeweltmeister dem SPIEGEL.

Das vergangene Rennen in Silverstone hatte deutlich gemacht: Im Team Red Bull herrscht Streit. Webber hatte sich trotz seines Sieges darüber beklagt, er werde im Rennstall gegenüber Vettel benachteiligt, etwa bei der Auswahl des Materials. Vettel widerspricht: Das Team habe sich nicht auf eine Rangfolge zwischen den beiden Fahrern festgelegt. "In der Hackordnung steht am Ende derjenige oben, der schneller ist."

Webber

Der Rivalität zu misst Vettel allerdings eine hohe Bedeutung bei. "Der Teamkollege ist der Erste, den man schlagen will, weil ihm das gleiche Material zur Verfügung steht." Über sein Verhältnis zu Webber sagt der Deutsche: "Es herrscht immer eine gewisse Distanz. Wir arbeiten zusammen, wo wir zusammenarbeiten müssen, um das Team voranzubringen und das Auto weiterzuentwickeln. Ansonsten ist jeder auf sich fixiert und sucht seinen eigenen Vorteil."

In der Gesamtwertung liegt Vettel nach zehn Rennen mit 121 Punkten auf Platz vier - sieben Punkte hinter seinem Teamkollegen Webber auf Rang drei. In Führung liegen die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton (145 Punkte) und Jenson Button (133). Das nächste Rennen ist am 25. Juli der Große Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Sein Ziel sei es, Weltmeister zu werden, so Vettel. "Nur mitzufahren, daran hätte ich keine Freude. Ich brauche diese Selbstbestätigung, besser zu sein als alle anderen."

An das Gelingen des Comebacks von Michael Schumacher, 41, glaubt Vettel trotz der Probleme des siebenmaligen Weltmeisters weiterhin. "Es ist alles andere als einfach, nach dreijähriger Pause zurückzukehren, selbst wenn man, wie er, nie ganz verschwunden war aus der Formel 1", sagt Vettel. "Die Autos haben sich verändert, die Reifen auch. Viele Dinge sind nicht mehr so, wie er sie gewohnt war." Vettel ist davon überzeugt, dass Schumacher die Schwierigkeiten in den Griff bekommt: "Wenn jemand das schafft, dann er. Wenn ich ihm ins Gesicht schaue und seine Körpersprache lese, dann sehe ich keine Verunsicherung oder gar Panik."

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