Zwischenfall in Silverstone Lebensmüder Demonstrant sorgt für Aufregung

Wenn das Safety Car während des Rennens auf die Strecke geht, sind die Formel-1-Piloten zu äußerster Vorsicht aufgerufen. Meist müssen Sicherheitsarbeiter dann verstreute Autoteile schnellstmöglich von der Strecke kehren. Beim Großen Preis von England jedoch stand plötzlich ein älterer Herr mitten auf der Strecke.


Zwischenfall in Runde 12: Ein Mann läuft auf die Strecke in Silverstone
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Zwischenfall in Runde 12: Ein Mann läuft auf die Strecke in Silverstone

Silverstone - Die englische Polizei hat den 56 Jahre alten "Pistenläufer" von Silverstone festgenommen. Die Beamten beschuldigen den Mann des "unerlaubten Betretens" und brachten den Mann im Schottenrock zum Verhör ins nahe gelegene Northampton. Der Verrückte war beim Großen Preis von England im in der zwölften Runde auf die Strecke gestürmt und hatte die Fahrer zu riskanten Bremsmanövern gezwungen. Der lebensmüde Demonstrant hielt ein selbst gemaltes Plakat den vorbeirasenden Fahrern entgegen, das Bibelsprüche zierte.

Die nachfolgende Safety-Car-Phase wirbelte das komplette Klassement durcheinander. Einen ähnlichen Zwischenfall hatte es am 30. Juli 2000 auf dem Hockenheimring gegeben, als ein Mann mit seinem Sturm auf die Strecke gegen seine Entlassung in einem französischen Mercedes-Werk protestiert hatte. Auch damals hatte Ferrari-Pilot Rubens Barrichello den Grand Prix gewonnen.

"Das Rennen wäre auch so spannend genug gewesen, aber die Sicherheit war nicht gut genug. Aber solch verrückte Leute kann niemand stoppen", erklärte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der den England-Grand-Prix erneut in Frage stellte. Mercedes-Sportchef Norbert Haug forderte eine harte Bestrafung des Täters: "Das ist kein Kavaliersdelikt. Da muss man strikt durchgreifen, dieser Mann darf nicht ungeschoren davonkommen. Man muss halt in Zukunft alle fünf Meter einen Sicherheitsmann an den Zaun stellen."

Die Fahrer sahen den spektakulären Zwischenfall gelassener. "Ich musste diesem Menschen sogar ausweichen, aber wirklich gefährlich war das nicht. Der wollte nur seine Show abziehen. Ich weiß nicht, was solche Leute treibt", sagte Weltmeister Michael Schumacher. Auch Ralf Schumacher nahm die Sache locker: "Solche Dinge kann man offensichtlich nicht verhindern. Ich ärgere mich mehr, dass heute so viel andere Sachen für mich schief gegangen sind."

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