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Gestorben Frank Williams, 79

aus DER SPIEGEL 49/2021
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IMAGO

Aus dem Kellergeschoss des Lebens hoch ins Penthouse und wieder abwärts ins, na ja, Parterre – womöglich wird die Karriere des 1999 von der Queen zum »Sir« geadelten Formel-1-Rennstallbesitzers einmal verfilmt werden. So besessen, erfolgsfixiert und gefühlskalt der Engländer war, würde es trotz 16 Weltmeistertiteln kein fröh­liches Werk. Aufgewachsen in Kinderheimen und ohne höheren Schulabschluss, schlug sich Frank Williams als Tankwart und Lkw-Fahrer durch, scheiterte als Rennfahrer, ehe er Piers Courage traf, den Sohn einer Bierbrauer-Dynastie. Gemeinsam gründeten sie 1966 eine Rennwagenfabrik, die drei Jahre später mit Courage am Steuer in der Formel 1 debütierte. Nach fast einem Jahrzehnt mit mehr Schulden als Lorbeeren stieg Saudia Airline 1977 als Sponsor bei Williams’ Firma ein. Mit Alan Jones holte das Team drei Jahre darauf den ersten WM-­Titel. Seit einem Autounfall 1986 von den Schultern abwärts gelähmt, dirigierte der Brite seinen Rennstall vom Rollstuhl aus. Vor etwa 15 Jahren verlor das Team den Anschluss an die Spitze, gegen die Macht und die Millionen von Mercedes, Ferrari oder Red Bull war es chancenlos. Williams schoss Geld nach, verkaufte Schloss, Jacht, Privatjet und Hubschrauber – vergebens. Voriges Jahr übernahm eine Investment­gesellschaft seine Formel-1-­Fabrik in Grove. Frank Williams starb am 28. November.

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