Frauen-WM 2011 Schweden müht sich zum Sieg gegen Kolumbien

Schweden hatte beim Auftakt der Frauenfußball-WM gegen Kolumbien mehr Mühe als erwartet. Am Ende sorgte eine Bundesliga-Spielerin für den Sieg der Skandinavierinnen. Doppelt bitter für Kolumbien: Die Ersatztorhüterin wurde wegen einer positiven Dopingprobe vorläufig gesperrt.

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Hamburg - Mitfavorit Schweden ist mit einem Sieg gegen Neuling Kolumbien in die Frauen-WM gestartet. Das Team von Trainer Thomas Dennerby setzte sich am Dienstag in Leverkusen knapp 1:0 (0:0) gegen die Südamerikanerinnen durch. Jessica Landström (57.) vom Bundesligisten 1. FFC Frankfurt erzielte das einzige Tor. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Es läuft alles ziemlich gut für uns", sagte Schwedens Trainer Thomas Dennerby.

Am Rande der Partie hatte der Weltverband Fifa mitgeteilt, dass die kolumbianische Ersatztorhüterin Yineth Varon suspendiert wurde. Die 29-Jährige war erst kurz vor dem WM-Turnier nachnominiert worden, weil sich Stammkeeperin Paula Forero verletzt hatte. Bei der Auswertung der Dopingprobe sei ein "von der Norm abweichendes Analyseergebnis" festgestellt worden, hieß es in einer Fifa-Mitteilung.

Die Probe sei am Samstag in Leverkusen nach dem Training des kolumbianischen WM-Teams genommen worden. Die Spielerin hat das Recht, eine B-Probe zu verlangen. "Das ist eine Information, die wir erst auswerten müssen. Wir werden uns zu einem gegebenen Zeitpunkt dazu äußern", sagte Kolumbiens Trainer Ricardo Rozo.

Schweden, bei allen WM-Titelkämpfen dabei und 2003 Vizeweltmeister, bestimmte die Partie gegen die "Cafeteras" aus Südamerika. Vor allem Starstürmerin Lotta Schelin sorgte für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. In der dritten und zehnten Minute hatte die Torjägerin von Olympique Lyon schon Kolumbiens Keeperin Sandra Sepulveda überwunden, doch zweimal klärte Natalia Gaitan kurz vor der Torlinie. In der 13. Minute setzte sich Schelin auf der linken Seite durch und passte zurück auf Jessica Landström, die aber aus sechs Metern unbedrängt den Ball über das Tor schoss.

Schweden vergibt etliche Chancen

Danach ging den Skandinavierinnen bei hochsommerlichen Temperaturen etwas die Luft aus. Das kolumbianische Team um die 17-jährige Spielmacherin Yoreli Rincon verteidigte geschickt und kombinierte im Mittelfeld gut - nur vor dem gegnerischen Tor fiel ihnen nicht viel ein. In der 35. Minute hatte erneut Lotta Schelin die Chance zur Führung, doch Torfrau Sepulveda war gegen die heranstürmende Schwedin zur Stelle.

Die nächste Möglichkeit vergab die 27-Jährige kurz nach dem Wiederanpfiff: Diesmal hatte die Skandinavierin Sepulveda schon ausgespielt, traf aber das leere Tor nicht. Den Bann brach schließlich Jessica Landström (57.). Nach einem Querpass von Schelin schob sie den Ball zum 1:0 ein.

Für Schweden, das bei der WM vor vier Jahren in der Gruppenphase ausgeschieden war, war der Sieg enorm wichtig, da Titelanwärter USA und Geheimfavorit Nordkorea die nächsten Gegner im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale sind. Zudem geht es in Deutschland auch darum, die in den letzten Jahren verspielte Reputation wieder herzustellen. In zwei Jahren ist Schweden Gastgeber der EM.

Kolumbien - Schweden 0:1 (0:0)
0:1 Landström (57.)
Kolumbien: Sepulveda - Arias, Peduzine, Gaitan, Peralta (79. Vidal) - Ospina, Montoya (66. Dominguez), Rincon, Rodallega - Andrade, Usme (59. Castro)Schweden: Lindahl - Svensson, Larsson, Rohlin, Thunebro - Dahlkvist, Seger (70. Fischer) - Forsberg (55. Jakobsson), Sjögran - Schelin, Landström (81. Edlund)Schiedsrichterin: Carol Anne Chenard (Kanada)
Zuschauer: 21.106
Gelbe Karten: - Seger

jar/dpa

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Seite 1
krafts 29.11.2010
1.
Zitat von sysopVom Sommermärchen 2006 schwärmen die Fans noch heute. Was bringt die nächste Fußball-WM in Deutschland? 2011 messen sich die besten Frauenteams der Welt. Kann das deutsche Team seinen Titel erfolgreich verteidigen? Wird die Stimmung so ausgelassen sein wie 2006?
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Kanzla87 29.11.2010
2.
Zitat von kraftsIch gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Aus welchem Grund?
Rockker, 29.11.2010
3.
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich Interessiert Keine Sau
Flosse, 29.11.2010
4. Zu wünschen wäre es...
Zitat von sysopVom Sommermärchen 2006 schwärmen die Fans noch heute. Was bringt die nächste Fußball-WM in Deutschland? 2011 messen sich die besten Frauenteams der Welt. Kann das deutsche Team seinen Titel erfolgreich verteidigen? Wird die Stimmung so ausgelassen sein wie 2006?
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
CaptainSubtext 29.11.2010
5. !
Zitat von FlosseDie Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
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