Frauenfußball-Nationalelf Prinz gegen Frankreich wohl nur auf der Bank

Nationalstürmerin Birgit Prinz wird aller Voraussicht nach gegen Frankreich nicht von Beginn an auflaufen. Die Aussagen von Bundestrainerin Silvia Neid vor dem letzten Gruppenspiel lassen kaum einen anderen Schluss zu.

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Hamburg - Bundestrainerin Silvia Neid hat die Frage nach einem Startplatz für die umstrittene Spielführerin Birgit Prinz am Dienstag gegen Frankreich (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) offen gelassen. Allerdings war vor dem letzten WM-Vorrundenspiel zwischen den Zeilen eine Tendenz gegen Prinz herauszuhören. "Hut ab vor der Leistung von Birgit, die so lange auf höchstem Niveau gespielt hat. Irgendwann zählt das aber nicht mehr. Dann geht es um die momentane Form", sagte Neid in der ARD.

Bei der Abschluss-Pressekonferenz am Montagabend verriet Neid, dass sie sich mit Blick auf Prinz "schon entschieden" habe. Wie verriet sie allerdings nicht. "Ich finde, wir sollten alle locker bleiben und sehen, wer spielt." Mit Prinz hat sie über ihren Entschluss aber bereits vorab geredet. "Ich hatte gute Gespräche mit Birgit. Wir sehen das beide ähnlich", sagte die Bundestrainerin.

Trotz der bislang schwachen Leistungen von Prinz bei den beiden Siegen gegen Kanada (2:1) und Nigeria (1:0) lobte DFB-Präsident Theo Zwanziger die 33-Jährige. "Ich bin mir absolut sicher, dass sie - wenn sie fit ist und sich fit fühlt - der Mannschaft auf dem Weg zum Endspiel helfen kann."

Zum Wutanfall von Prinz bei ihrer Auswechslung im Spiel gegen Nigeria sagte der Verbandsboss: "Das hat kein nachhaltiges Wirken. Es ist passiert, und es ist wieder in Ordnung. Jetzt hoffe ich, dass sie ihre Leistungsstärke zurückgewinnt, und ich bin der Überzeugung, dass die Mannschaft sie noch gut brauchen kann."

Prinz hat seit 343 Minuten kein Tor mehr im deutschen Trikot erzielt und wurde in den zurückliegenden zehn Partien stets vorzeitig aus dem Spiel genommen.

jar/sid



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surac 05.07.2011
1. Miesepeterei
Was soll die ewige Herumhackerei auf Prinz? Brauchen die Medien immer jemanden auf dem sie herumhacken können? . Ich finde es daneben. Sie sollten sich daran gewöhenn, dass nicht sie, sondern Neid bestimmt, was im Team passiert. Das ist genauso schwachsinnig wie das ewige Hochgejubel von Bastian Schweinsteiger, der auch wirklich häufig keine guten Spiele gemacht hat und dennoch immer in den 7. Himmel gehoben wird. Mich nervt das. Bisschen mehr Respekt vor der guten langen Leistung von Prinz, die immer noch nicht schlecht spielt, nur kein Tor erzielt hat, kann man schon verlangen!
surac 05.07.2011
2. Respekt
Ich finde es daneben, dass immer über Prinz hergezogen wird, etwas mehr Respekt ihr gegenüber fände ich wirklich angebracht. Wer spielt, entscheiden nicht die Journalisten, sondern immer noch Neid.
schnitzelberger 05.07.2011
3. Preis der Medienaufmerksamkeit
Das ist eben der Preis, den der Frauenfußball (hier: Birgit Prinz) für die Massenaufmerksamkeit zahlen müssen. Jetzt greifen die gleichen Mechanismen, die eben auch für Michael Ballack gelten.
zoylong 05.07.2011
4. Man sollte Ihr das Vertrauen schenken!
Bei diesem Thema fällt mir spontan ein Herr Klinsmann, damals deutscher Mittelstürmer unter Berti Vogts. Zur Vorbereitung auf die später gewonnene Europameisterschaft 1996 in England traf unser späterer "Trainer der Mannschaft vom Sommermärchen 2006" zig Spiele nicht mehr das Tor. Wie immer, forderte die sogenannte Öffentlichkeit, defacto die Journalisten, Klinsmann nicht mehr aufzustellen, da er es wohl "nicht mehr bringe"!! Das Ende kennen wir,- nach unendlichen,ich weiß nicht mehr wieviel Spielminuten, traf Klinsmann wieder und war maßgeblich daran beteiligt, dass wir dann später Eurochamp im Mutterland des Fußballs wurden. Deshalb tendiere ich dazu Birgit Prinz weiterhin das Vertrauen zu schenken, ich bin mir sicher, sie wird es mit Leistung,Toren und Einsatz für die Mannschaft,zurückzahlen. Denn mal Ehrlich, die Gesamtleistung der Mannschaft entspricht auch nicht ihren eigenen Vorstellungen bzw. Anforderungen an sich selbst! Aber ich glaube fest daran, dass unsere Frauen sich steigern werden, zu sehen schon am heutigen Tag gegen Frankreich!
hfftl 05.07.2011
5. Korrektur
Zitat von zoylongBei diesem Thema fällt mir spontan ein Herr Klinsmann, damals deutscher Mittelstürmer unter Berti Vogts. Zur Vorbereitung auf die später gewonnene Europameisterschaft 1996 in England traf unser späterer "Trainer der Mannschaft vom Sommermärchen 2006" zig Spiele nicht mehr das Tor. Wie immer, forderte die sogenannte Öffentlichkeit, defacto die Journalisten, Klinsmann nicht mehr aufzustellen, da er es wohl "nicht mehr bringe"!! Das Ende kennen wir,- nach unendlichen,ich weiß nicht mehr wieviel Spielminuten, traf Klinsmann wieder und war maßgeblich daran beteiligt, dass wir dann später Eurochamp im Mutterland des Fußballs wurden. Deshalb tendiere ich dazu Birgit Prinz weiterhin das Vertrauen zu schenken, ich bin mir sicher, sie wird es mit Leistung,Toren und Einsatz für die Mannschaft,zurückzahlen. Denn mal Ehrlich, die Gesamtleistung der Mannschaft entspricht auch nicht ihren eigenen Vorstellungen bzw. Anforderungen an sich selbst! Aber ich glaube fest daran, dass unsere Frauen sich steigern werden, zu sehen schon am heutigen Tag gegen Frankreich!
Da gehen, so scheint mir, spontan ein paar Erinnerungen durcheinander. Klinsmanns "Seuchen"-Phase war vor der EM 1992. Damals waren sich alle "Experten" einig, dass er gar nicht in den Kader gehört. Vogts nahm ihn trotzdem mit, ließ ihn aber in den ersten beiden Spielen auf der Bank. Im dritten Spiel wurde dann D von den NL regelrecht vorgeführt, das 0:2 zur Pause war noch äußerst schmeichelhaft. In der 2.Halbzeit kam dann Klinsmann - und das wie Phönix aus der Asche. Hat eins seiner besten Länderspiele gemacht, schoss das 1:2 und hätte mit etwas mehr Glück sogar ein Unentschieden retten können (bevor zum Schluss doch noch das 1:3 fiel). 1996 gab es - nach dem Ausfall von Matthäus - nur eine kleine Kontroverse um sein Kapitänsamt. Aber sein Status als Stammspieler und Stürmer Nr.1 war damals unumstritten.
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