Nach Eklat bei Olympischen Spielen Ermittlungsverfahren gegen Fünfkämpferin Schleu eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Annika Schleu ermittelt, weil sie ihr Pferd bei den Olympischen Spielen malträtiert hatte. Nun wurde das Verfahren gegen eine Spende fallen gelassen.
Annika Schleu bei den Olympischen Spielen in Tokio im August 2021

Annika Schleu bei den Olympischen Spielen in Tokio im August 2021

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IVAN ALVARADO / REUTERS

Nach dem Eklat im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen in Tokio ist das Ermittlungsverfahren wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gegen Annika Schleu eingestellt worden. Die 31-Jährige wird 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Damit werde das Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Potsdam »endgültig abgeschlossen«, schrieben ihre Anwälte in einer Mitteilung.

Schleus Anwälte betonten, dass die Einstellung des Verfahrens »weder eine Schuldanerkenntnis« darstelle, noch dadurch die Schuld beziehungsweise ein hinreichender Tatverdacht bestätigt worden sei. Schleu habe sich »in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft aus rein verfahrensökonomischen Gründen« für diesen Weg entschieden.

Schleu hatte in Tokio auf Goldkurs gelegen. Beim Springreiten bockte das ihr zugeloste Pferd Saint Boy jedoch. Schleu versuchte unter Tränen das Tier mit Sporen und Gerte zurück in den Parcours zu bringen . Bundestrainerin Kim Raisner animierte ihre Athletin zusätzlich mit umstrittenen Zurufen und einem Faustschlag gegen das Pferd.

Der Weltverband UIPM hatte aus dem Vorfall bereits Konsequenzen gezogen und angekündigt, das Springreiten aus dem Programm des Fünfkampfs zu streichen. Nach den Sommerspielen 2024 in Paris soll die Disziplin durch eine neue ersetzt werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde Annika Schleu in der Überschrift als Springreiterin bezeichnet. Tatsächlich ist sie Fünfkämpferin. Wir haben die Stelle geändert.

vgl/sid
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