Fußball-Bundesliga Werder bekommt Tor aberkannt, verschießt Elfmeter und unterliegt Augsburg

Es ging für Werder schon schlecht los, als sich Torwart Jiri Pavlenka verletzte. Und das Heimspiel gegen den FC Augsburg wurde nicht besser. Nach zahlreichen Rückschlägen war das Spiel am Ende gar einem Platzsturm nahe.
Schmerz lass nach: Werders Marvin Ducksch vergab den Elfmeter in der Nachspielzeit

Schmerz lass nach: Werders Marvin Ducksch vergab den Elfmeter in der Nachspielzeit

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Der FC Augsburg hat sich mit dem zweiten Saisonsieg ein wenig Luft im Tabellenkeller verschafft. Beim SV Werder Bremen gelang dem FCA ein 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg. Ermedin Demirović (63. Minute) erzielte das Tor des Tages, das die Augsburger in der Tabelle für den Moment auf Platz elf in der Fußball-Bundesliga klettern ließ. Die Bremer, für die Marvin Ducksch in der Nachspielzeit einen Elfmeter verschoss (90.+4), stehen trotz der Niederlage noch etwas besser da und belegen Platz neun.

Die Augsburger, mit nur drei Punkten aus fünf Spielen schwach in die Saison gestartet, kamen besser in die Partie. Trainer Enrico Maaßen setzte überraschend auf gleich drei Stürmer in der Anfangsformation, von denen besonders Florian Niederlechner gleich mehrfach in gefährlichen Positionen auftauchte: Erst verpasste der FCA-Angreifer im Zentrum knapp eine Hereingabe, die Werders Torhüter Jiri Pavlenka gerade noch per Fußabwehr klären konnte (2.). Nur wenige Minuten später war Niederlechner dann sogar an Pavlenka vorbei, verlor knapp fünf Meter vor dem leeren Tor aber die Balance und schlug ein Luftloch – der Ball rollte zum Abstoß ins Aus (6.).

Zetterer feiert Erstligadebüt nach sieben Jahren

Werder tat sich schwer – und musste bald auch einen personellen Rückschlag verkraften: Mehrere Minuten lang versuchte Torwart Pavlenka, trotz einer Oberschenkelverletzung auf dem Platz zu bleiben, musste diesen Versuch dann aber doch abbrechen. Für den Tschechen kam Ersatzmann Michael Zetterer, von den Rängen im Weserstadion mit Sprechchören gefeiert, nach mehr als sieben Jahren im Klub zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für Werder (29.).

Dick bandagierter Oberschenkel: Werder-Keeper Jiri Pavlenka musste nach einer knappen halben Stunde raus

Dick bandagierter Oberschenkel: Werder-Keeper Jiri Pavlenka musste nach einer knappen halben Stunde raus

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Im Fokus stand zunächst aber der Strafraum der Gäste aus Augsburg. Eine Freistoßflanke von Ducksch köpfte Niklas Füllkrug zur vermeintlichen Bremer Führung ins Tor (31.). Das zog die vehementen Proteste der FCA-Profis nach sich, die ein Foulspiel reklamierten. Schiedsrichter Martin Petersen besah sich die Szene im Video und nahm das Tor zurück, allerdings aufgrund einer Abseitsstellung: Anthony Jung hatte den Ball nicht berührt, aber aus der verbotenen Zone heraus einen Gegenspieler weggeblockt und somit aktiv ins Spiel eingegriffen.

Demirović trifft das Tor, Ducksch vergibt einen Strafstoß

Zu Beginn der zweiten Hälfte spielten die weitgehend ebenbürtigen Teams nur zaghaft nach vorne, Augsburg-Torhüter Rafał Gikiewicz lenkte einen ersten gefährlichen Kopfball von Ducksch über die Latte (61.). Dann schlug Demirović zu: Nach einer Ecke spielte Carlos Gruezo einen zweiten Ball in die Tiefe, Mërgim Berisha legte mit einem scharfen Pass quer ins Zentrum. Dort musste Demirović nur noch den Fuß hineinhalten, um den FCA in Führung zu bringen (63.).

Werder-Trainer Ole Werner wechselte nun seine Joker um den Schotten Oliver Burke ein, die in dieser Saison bislang für die meisten Tore in den Schlussminuten gesorgt hatten. Doch einem Treffer am nächsten kam trotz dem Versuch einer grün-weißen Schlussoffensive zunächst der FC Augsburg, für den Berisha mit einem Heber an der Latte scheiterte (75.).

In der Nachspielzeit dann sprach Petersen Werder einen umstrittenen Handelfmeter zu, Maximilian Bauer war der Ball an den Arm gesprungen. Der überragende Gikiewicz aber ahnte die Ecke gegen Ducksch und parierte (90.+4). Im Anschluss versuchten einige Bremer Fans, von der Tribüne in Richtung Platz zu stürmen, wurden dabei aber von Sicherheitskräften zurückgehalten.

cev
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