Fußball in Schottland Spieler ignorieren die Corona-Auflagen - Regierung droht mit Saisonabbruch

Die neue Saison ist erst wenige Tage alt, und schon wieder hat ein Spieler in der Scottish Premiership gegen Corona-Auflagen verstoßen. Meister Celtic kündigte eine Untersuchung an, der Regierung geht die Geduld aus.
Jüngster Auslöser der missgestimmten schottischen Regierung in Sachen Fußball: Eine Spanien-Reise ohne anschließende Quarantäne des Celtic-Verteidigers Boli Bolingoli

Jüngster Auslöser der missgestimmten schottischen Regierung in Sachen Fußball: Eine Spanien-Reise ohne anschließende Quarantäne des Celtic-Verteidigers Boli Bolingoli

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Jeff Holmes / dpa

Die schottische Regierung droht aufgrund von wiederholten Verstößen gegen die Corona-Regeln mit einer Saisonunterbrechung der ersten Fußballliga. Sollte die öffentliche Gesundheit durch Vorfälle im Fußball gefährdet werden, habe man "keine andere Wahl, als zu prüfen, ob wir eine Pause im schottischen Fußball benötigen", teilte die Regierung mit. Die neue Saison der Scottish Premiership läuft seit dem 1. August ohne Publikum und mit strengen Sicherheitsvorschriften.

Auch Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon schaltete sich am Dienstag erneut in die Debatte ein. Die Fans sollten nicht davon ausgehen, dass der FC Aberdeen und der FC Celtic in der kommenden Woche spielen würden. Angesichts der Verstöße sehe der Fußball im Land jetzt die Gelbe Karte, "die nächste Karte wird rot sein".

Auslöser ist die jüngste Verfehlung des Belgiers Boli Bolingoli vom Dauer-Meister FC Celtic. Der Verteidiger war heimlich nach Spanien gereist, das hatten britische Medien wie die schottische "Sun"  und "BBC"  berichtet. Danach hatte er sich nicht wie vorgeschrieben in Isolation begeben und war am Sonntag beim 1:1 in Kilmarnock zum Einsatz gekommen.

Celtic erfuhr erst im Nachhinein vom Spanien-Trip seines Spielers. Der Klub kündigte eine Untersuchung an und drohte dem 25-Jährigen mit Konsequenzen. Bolingoli entschuldigte sich am Montag öffentlich für seinen "riesigen Fehler". Celtic schrieb in einem Statement: "Unter den gegebene Umständen ist ein unverantwortlicheres Verhalten schwer vorstellbar." Alle Mitarbeiter des Klubs seien nach dem Vorfall zweimal getestet worden, alle - inklusive Bolingoli - seien negativ getestet.

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"Wir führen derzeit Gespräche mit dem Klub, um die Fakten zu ermitteln", teilte die Regierung in einem Statement mit, wie die britische "Sun"  zuerst berichtete. Der schottische Justizminister, Humza Yousaf, schrieb auf Twitter, das Verhalten Bolingolis sei "völlig inakzeptabel", nach einer Reihe von Zwischenfällen bleibe der Regierung kaum eine andere Möglichkeit, als eine Spielpause zu erwägen.

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Steven Gerrard, Trainer von Celtics Lokalrivalen Glasgow Rangers, wird bei "Sky Sport"  mit den Worten zitiert: "Es ist ein Weckruf und eine starke Botschaft der Regierung. Wenn weiterhin Fehler passieren, besteht kein Zweifel daran, dass die Saison abgebrochen wird. Das möchte weder ich, noch sonst irgendjemand bei den Rangers."

Vorher war schon Bolingolis Mannschaftskollege Leigh Griffiths von Celtic verwarnt worden, weil er bei einer Party für seine Freundin gegen die Abstandsregeln verstoßen haben soll. Laut Medienberichten hatte Griffiths auf der Feier eine Person mehr zu Gast gehabt, als die Regierung gegenwärtig erlaube. Bei Zusammenkünften unter freiem Himmel sind maximal 15 Menschen zugelassen. Griffiths Freundin hatte in sozialen Medien Bilder der Feier gepostet, die sie später löschte.

Zudem war in der vergangenen Woche in der Scottish Premiership ein Spiel zwischen dem FC Aberdeen und dem FC St. Johnstone verschoben worden, weil zwei Aberdeen-Profis positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Sechs weitere Spieler mussten sich für zehn Tage in Quarantäne begeben, weil sie zuvor gemeinsam mit den beiden eine Bar besucht und den Sicherheitsabstand vernachlässigt hatten. Auch das hatte in Schottland für großen Ärger gesorgt und den Fall zu einem Politikum gemacht.

ngo/dpa/sid/Reuters