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BASKETBALL Fußball prägt die NBA

aus DER SPIEGEL 22/2008

Das Basketballspiel in der amerikanischen Profiliga NBA verändert sich: In kaum einem Team wird noch die Taktik auf einen Star ausgerichtet, stattdessen gibt es immer mehr Mannschaften, in denen jeder Akteur Verantwortung übernimmt. Es dominiert die europäische Variante des Spiels, und die ist vom Fußball geprägt. Für die besten Teams gehen inzwischen Akteure auf Korbjagd, die in der Kindheit zunächst auf Tore gespielt haben. Die wertvollsten NBA-Profis der letzten drei Spielzeiten waren in jungen Jahren Fußballer: der Kanadier Steve Nash, dessen Vater Berufskicker war, der Würzburger Dirk Nowitzki und Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers. Bryant wuchs in Italien auf, er sagt, dort Fußball gespielt zu haben sei für seine Karriere als Basketballer »ungeheuer hilfreich« gewesen. Center der Lakers ist der Spanier Pau Gasol, er interpretiert seine Rolle wie ein Spielmacher im Mittelfeld; Clubkollege Ronny Turiaf sagt, dass er auf dem Feld so viel mit den Mitspielern rede, liege an seiner Vergangenheit als Junioren-Torwart auf Martinique. Umgekehrt beeinflusst auch Basketball verstärkt den Fußballsport. Bundestrainer Joachim Löw etwa lässt seine Auswahlkicker vor der EM auch vom ehemaligen deutschen Basketball-Nationalspieler Denis Wucherer trainieren. Löw will damit vor allem das Defensivverhalten schulen: »Mir imponiert, wie nah die Spieler am Gegner sind, ohne Körperkontakt zu suchen.«

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