Fußballbundesliga Schalke zerlegt Stuttgart, Wolfsburg siegt weiter

Das Wiedersehen von Huub Stevens mit seinem alten Verein wurde zum Fiasko für den VfB Stuttgart: Schalke siegte am 14. Bundesliga-Spieltag deutlich. Auch der VfL Wolfsburg gewann auf fremdem Platz und bleibt Zweiter.

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Zum Jahrhunderttrainer ist Huub Stevens bei Schalke 04 gewählt worden. Und nach dem Spiel des jetzigen Stevens-Klub VfB Stuttgart gegen Schalke dürfte niemand bei Königsblau ihm diesen Titel aberkennen wollen. Mit der alten Liebe hat es Stevens diesmal etwas übertrieben - mit zahlreichen Abwehrfehlern ermöglichte der VfB den Schalker Gästen eine 3:0-Führung bereits zur Pause, am Ende hieß es gar 4:0. Der Stevens-Effekt ist beim VfB schon wieder aufgebraucht.

"Die Vergangenheit ist nicht wichtig, es zählt nur das Heute und Morgen", hatte Stevens, der insgesamt sieben Jahre Schalke-Coach war, vor dem Spiel gesagt. Nach dieser Partie sieht das Morgen beim VfB düster aus. Vor allem in der Defensive, dem Bereich, der Stevens besonders am Herzen liegt, lief es überhaupt nicht - und das von der ersten Minute an. Nach 50 Sekunden lag der Ball erstmals im Stuttgarter Netz. Eric-Maxim Choupo-Moting nutzte die Verwirrung in der VfB-Abwehr zur Führung.

Max Meyer und erneut Choupo-Moting legten noch in der ersten Halbzeit nach, vom VfB war dagegen fast nichts zu sehen. Mit dem 0:3-Rückstand waren die Gastgeber noch bestens bedient.

Nach der Pause versuchten die Stuttgarter noch zu retten, was zu retten war. Aber der Mannschaft fehlten an diesem Nachmittag alle Mittel, die Schalker Deckung in Gefahr zu bringen. So hatten die Gäste wenig Mühe, den Sieg über die Zeit zu bringen, Choupo-Moting beseitigte nach einer Stunde mit seinem dritten Tor alle Restzweifel. VfB-Torwart Sven Ulreich verhinderte mehrfach ein noch schlimmeres Debakel.

"Natürlich sind Gefühle da", hatte Stevens über das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein gesagt, "aber es geht darum, sie auszuschließen". Das war für den VfB-Coach nach diesem Spiel auch besser so.

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14. Bundesligaspieltag: Das große Wiedersehen
Hannover 96 - VfL Wolfsburg 1:3 (1:1)

Der VfL Wolfsburg hat seinen zweiten Tabellenplatz gefestigt. Beim Nachbarn aus Hannover gelang dem Team von Dieter Hecking ein allerdings glücklicher 3:1 (1:1)-Auswärtserfolg. Die eingewechselten Bas Dost (69. MInute) und Maximilian Arnold (83.) schossen den VfL nach der Pause zum Sieg.

Das Niedersachsen-Derby hatte schnell seinen ersten Höhepunkt: Kevin De Bruyne schaltete am schnellsten, als 96 auf Abseits spielen wollte. Bereits nach vier Minuten führte der Tabellenzweite und spielte in der Folgezeit seine Führung sehr abgeklärt aus. Es dauerte bis zur 45. Minute, bis 96 einmal richtig zwingend vor das Wolfsburger Tor kam - und schon stand es 1:1. Mittelstürmer Joselu nutzte eine Unachtsamkeit in der Wolfsburger Deckung aus. Die schlugen dann nach dem Wechsel zurück.

Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC 3:2 (1:1)

Borussia Mönchengladbach hat den Weg aus der Mini-Krise gefunden: Gegen Hertha BSC gewannen die Borussen 3:1 (1:1). Nach drei Niederlagen nacheinander standen die Gastgeber gegen Hertha massiv unter Druck - zu Beginn merkte man ihnen das allerdings nicht an. Tony Jantschke köpfte schon nach neun Minuten nach einem Hazard-Freistoß zur Gladbacher Führung ein. Aber wie schon im vergangenen Heimspiel gegen Frankfurt versäumte es die Borussia, das 1:0 auszubauen - und bekam kurz vor der Pause die Quittung: Julian Schieber stand völlig frei im Strafraum und köpfte den Ausgleichstreffer.

Dass dieser Spielstand nicht lange Bestand hatte, verdankte Gladbach einem Ex-Berliner: Raffael war in der 52. Minute bei einer Dominguez-Hereingabe zur Stelle und machte das Führungstor. Thorgan Hazard machte elf Minuten vor dem Ende dann alles klar, als er einen typischen Gladbacher Konter abschloss. Der Anschluss durch einen Foulelfmeter von Salomon Kalou in der Nachspielzeit kam zu spät.

1. FC Köln - FC Augsburg 1:2 (1:0)

Die Serie des FC Augsburg in der Liga wird langsam unheimlich: Auch beim 1.FC Köln holten die Gäste drei Punkte. Dabei zeigte sich Köln zunächst gut erholt von der 1:5-Schlappe in Leverkusen aus der Vorwoche und dominierte die erste Halbzeit deutlich. Mehr als das 1:0 durch Anthony Ujah (15. Minute) sprang dabei allerdings nicht heraus - das typische Manko des Teams von Peter Stöger in dieser Saison. Erneut wurden beste Chancen ausgelassen.

Und so kam es, wie es oft im Fußball kommt und wie es bei den nach der Pause oft starken Augsburgern auch zu erwarten war. Nikola Djurdjic drückte kurz nach dem Wechsel (53. Minute) einen Abpraller von Torwart Timo Horn zum Ausgleich über die Linie. Alexander Esswein stellte fast mit dem Schlusspfiff den Sieg der Gäste sicher.

SC Paderborn - SC Freiburg 1:1 (0:1)

Der Aufsteiger aus Paderborn bekommt es langsam, aber sicher mit der Abstiegszone der Liga zu tun. Erneut blieben die Paderborner sieglos, der SC Freiburg dagegen rettete einen ebenso glücklichen wie wichtigen Auswärtspunkt. Vladimir Darida erzielte per Foulelfmeter das Freiburger Tor, das lange wie der Siegtreffer aussah. es war zudem der einzige gefährliche Torschuss der Freiburger in der gesamten ersten Hälfte.

Die Gastgeber waren vor allem in der ersten Halbzeit hochüberlegen, sie brachten es aber nicht fertig, ihre Dominanz auch in ein Ergebnis umzuwandeln. Erst eine Minute vor dem Ende belohnte Elias Kachunga die steten Bemühungen des Neulings mit dem späten Ausgleich.

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insgesamt 22 Beiträge
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irobot 06.12.2014
1. Schalke kann auch mal wieder auswärts gewinnen
Na also, geht doch!
ambergris 06.12.2014
2.
Di Matteo hat Schalke jetzt für seine Zwecke zurecht gebogen. Das wird am Ende ein zweiter Platz.
Schlaflöwe 06.12.2014
3. Herr Putin schenkt
Schalke 04 jährlich 20 Mio. Euro, da kann man dann gern Stürmer kaufen wie Choupo-Moting und Huntelaar. Herrn Huntelaars Gehalt wurde von 5 auf jährlich 8 Mio. Euro aufgestockt. Andere Vereine wurden Kapitalgesellschaften. Ich bin gespannt, ob die Mitglieder dafür votieren, dass auch der VfB Kapitalgesellschaft werden kann und langsam den Anschluss an das enteilte Feld wieder findet oder ob sie ungerührt zusehen, wie der e.V., der dem Zweck des Kaninchenzüchtens wirtschaftlich angemessen ist, in die untere Bundesliga einfährt. Er tauscht dann mit Ingolstadt und feiert vielleicht Siege gegen Heidenheim, Sanndhausen und Erzgebirge Aue. Und nach Aalen ist es auch nicht so weit. MSV Duisburg, VfL Bochum, Hansa Rostock und wie sie alle heißen, lassen grüßen. Und natürlich 60 München nicht vergessen. Fans als Totengräber. ich bin gespannt.
lkknack 06.12.2014
4.
Wenigstens weiss ich als Schwabe, dass wir im Gegensatz zu S04 in diesem Jahrhundert noch eine Meisterfeier haben. Selbst wenn wir absteigen. An irgendwas muss man sich ja hochziehen. 1977 wurde ich als 10jähriger zum VfB-Fan. Also Kopf hoch, Ihr Schwaben. Ein Abtieg und dann ein grandioser Wiederaufstieg ist besser, als sich jahrelang dieses Gegurke anzutun.
fortunakiller 06.12.2014
5.
Schalke ist und bleibt ein scheiss Verein!
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