1. FC Kaiserslautern Keine Entlastung für Ex-Vorstand Kuntz

Misstrauensvotum der Basis: Bei der Jahreshauptversammlung des FCK wurde früheren Vorständen von den Mitgliedern die Entlastung verweigert. Hintergrund ist ein Streit um eine mögliche Insolvenzverschleierung.
Stefan Kuntz (Archivbild von 2014)

Stefan Kuntz (Archivbild von 2014)

Foto: DPA

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz ist bei der Jahreshauptversammlung des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern nicht entlastet worden. Kuntz, der bis zum 4. April 2016 an der Spitze des FCK stand und mittlerweile als Cheftrainer der deutschen U21-Nationalmannschaft tätig ist, wurde mit 71,7 Prozent (560 Stimmen) die Entlastung verwehrt. Noch deutlicher war das Ergebnis beim ehemaligen Finanzchef Fritz Grünewalt, der bis zum 31. März 2016 im Amt war. 774 der anwesenden Mitglieder und damit 93,3 Prozent sprachen sich gegen eine Entlastung aus.

Grünewalt hatte in der jüngsten Vergangenheit mit Aussagen, in denen er eine Insolvenzverschleierung des FCK im Jahre 2008 andeutete, den Unmut des Vereins und seiner Anhänger auf sich gezogen. Der Klub hat eine Unterlassungserklärung wegen des Verbreitens von Interna gegen Grünewalt vorbereitet. Ob diese eingereicht wird, ließ Vorstandschef Thomas Gries jedoch offen.

Auch der ehemalige Aufsichtsratschef Dieter Rombach, der bereits im vergangenen Jahr nicht entlastet worden und daraufhin von seinem Posten an der Spitze des Kontrollgremiums zurückgetreten war, wurde mit 558 Stimmen und 73,3 Prozent erneut nicht entlastet.

Finanziell stehen die Pfälzer vor einer schwierigen Zukunft. Der Traditionsverein gab an, im Geschäftsjahr 2015/16 einen Fehlbetrag von 2,638 Millionen Euro erwirtschaftet zu haben. In Folge dessen erhöhte sich das negative Eigenkapital des Vereins auf 3,502 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse sanken um etwas mehr als vier Millionen Euro auf 38,351 Millionen.

lst/dpa
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