Kölner Europapokalspiel in Nizza 18 Verletzte – ein Franzose offenbar in kritischem Zustand

Erst griffen die Kölner an, dann schlugen die Nizza-Anhänger zurück: In der Conference League gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen den Fans – ein Fan stürzte offenbar fünf Meter tief und verletzte sich schwer.
Ausschreitungen beim Köln-Spiel in Nizza

Ausschreitungen beim Köln-Spiel in Nizza

Foto:

IMAGO/Ralf Treese / IMAGO/Treese

Vor dem Spiel des 1. FC Köln beim französischen Erstligisten OGC Nizza in der Conference League ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Teams gab es laut Polizei 18 Verletzte, ein französischer Fan wurde offenbar schwer verletzt. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Demnach sei der aus Paris stammende Zuschauer fünf Meter tief aus einem oberen Rang gestürzt.

In einem Sicherheitsmeeting des Europäischen Fußballverbands (Uefa) musste geklärt werden, ob das Spiel überhaupt stattfinden kann. Der für 18.45 Uhr geplante Anpfiff wurde schließlich auf 19.40 Uhr verschoben.

Aus Köln waren 8000 Fans in die Stadt in Südfrankreich gereist. Der Deutschen Presse-Agentur zufolge hätten 50 vermummte Kölner den Block der Nizza-Fans angegriffen. Bei dem Konflikt seien demnach Leuchtraketen, E-Roller, Stühle und Tische eingesetzt worden. Erst nach mehr als fünf Minuten habe die Polizei die Situation unter Kontrolle bringen können. Kurz darauf hätten Nizza-Anhänger den Kölner Block angegriffen. Diesmal sei die Situation schneller unter Kontrolle gebracht worden. Über Festnahmen war zunächst nichts bekannt.

Schwer verletzter Fan kommt aus Paris

Christian Keller, Geschäftsführer des 1. FC Köln schilderte im Interview bei RTL den Hergang anders: »Mein Informationsstand ist, dass zuerst Hooligans aus Nizza in unseren Fanblock eingedrungen sind. Daraufhin sind Hooligans aus unserem Fanblock, die größtenteils aus Paris kommen sollen und als Kölner verkleidet waren und natürlich ein paar aus Köln hinterher«, sagte er.

Später am Abend wurde bekannt, dass der Schwerverletzte »tatsächlich ein Franzose, ein Pariser Fan« sei. Das sagte ein Behördensprecher der AFP. Zuvor hieß es noch, dass der Fan zu dem Kölner Anhang gehöre. Weitere Angaben zur Nationalität der Verletzten machte die Polizei nicht. Über Festnahmen gab es ebenfalls noch keine Informationen, die Identifizierung der Täter sei im Gange.

Die Kapitäne der beiden Mannschaften, Jonas Hector von Köln und Dante von Nizza, traten mit Mikrofonen vor ihre Fanblöcke. »Wir wollten mit euch ein Fußball-Fest feiern. Wir wollen immer noch spielen, aber das können wir natürlich nicht gutheißen«, sagte Hector: »Wir haben uns den Arsch aufgerissen, um uns für die Conference League zu qualifizieren, und wollen das hier auch spielen. Verhaltet euch bitte ruhig, wir wollen hier Fußball feiern und keine Gewalt haben.«

Bei Twitter schrieb der 1. FC Köln, er verurteile »jede Form der Gewalt. Wir stehen für sportlich fairen Umgang und respektvolles Verhalten. Es tut uns sehr leid für alle friedlichen Fans, die den heutigen Tag bis hierhin zu einem kölschen Fußballfest gemacht haben.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Am Mittag waren Tausende FC-Fans durch Nizza gezogen und hatten mit Karnevalsliedern und einem großen Umzug die Rückkehr ihres Vereins in den Europapokal gefeiert.

Nizzas Bürgermeister kritisiert Kölner Fans

Christian Estrosi, Bürgermeister von Nizza, war verärgert über das Verhalten von FC-Anhängern. »Ich bedauere das unhöfliche und skandalöse Verhalten der Kölner Fans und den mangelnden Respekt gegenüber der Stadt, die sie großzügig und brüderlich empfängt«, twitterte er mit Fotos von Müllresten in der Stadt. »Die Rechnungen für Schäden und die Reinigung öffentlicher Plätze werden wir an den Kölner Verein schicken«, kündigte er an.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der Stellvertretende Bürgermeister Pierre-Paul Léonelli twitterte  ebenfalls Bilder und schrieb: »Wer sagt, dass die Deutschen diszipliniert sind?« Er verwies darauf, dass die Ordnungskräfte den Place Masséna von dem »schäbigen« Dreck umgehend gesäubert hätten und schrieb rund zweieinhalb Stunden vor dem Anpfiff: »OGC Nizza 1, 1. FC Köln 0.«

mrk/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.