Rassismusvorwurf Köln-Trainer Funkel entschuldigt sich für irritierendes Interview

Nach der Pleite in Leverkusen druckste Kölns Trainer Friedhelm Funkel in einem Fernsehinterview bei der Beschreibung von Gegenspielern herum. Ein Missverständnis? Der Klub reagierte zögerlich, Funkel machte es besser.
Sah sich in den sozialen Netzwerken heftiger Kritik ausgesetzt: Kölns Trainer Friedhelm Funkel

Sah sich in den sozialen Netzwerken heftiger Kritik ausgesetzt: Kölns Trainer Friedhelm Funkel

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Eduard Bopp / imago images/Eduard Bopp

Der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, Friedhelm Funkel, hat sich für irritierende Aussagen nach der 0:3-Niederlage bei Bayer Leverkusen entschuldigt. Nach dem Abpfiff hatte Funkel im Interview mit dem Fernsehsender Sky bezüglich der Leverkusener gesagt: »Sie haben eine enorme Schnelligkeit durch ihre, den einen oder anderen Ausdruck darf man ja nicht mehr sagen ... – durch ihre Spieler, die halt so schnell sind.«

Damit spielte Funkel offenbar auf die schwarzen Torschützen Leon Bailey und Moussa Diaby an. In den sozialen Netzwerken wurde ihm daraufhin Rassismus unterstellt. Funkel zeigte sich davon am Sonntag überrascht. Das habe ihn auch »ein Stück weit traurig gestimmt«, sagte der 67-Jährige. »Wenn ich da wirklich missverständlich verstanden worden bin, dann tut mir das echt leid.«

»Weit davon entfernt, jemanden angreifen zu wollen«

»Ich weiß nicht mehr genau, was mir da durch den Kopf gegangen ist.« Er sei aber »weit, weit davon entfernt, irgendjemanden anzugreifen. Das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht, und das werde ich auch bis zu meinem Lebensende nicht machen«, sagte Funkel. Bereits am späten Samstagabend hatte Funkel über den Klub verlauten lassen, dass er sich »einzig auf die enorme Schnelligkeit von Leverkusens Spielern« bezogen habe.

Funkel hatte die Kölner erst am Montag übernommen, nachdem Markus Gisdol aufgrund anhaltender Erfolglosigkeit beurlaubt worden war. Nach der erneuten Niederlage steht der FC bei drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und vier Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf Rang 17.

Deswegen war Funkel am Sonntag darauf bemüht, den Fokus zurück aufs Sportliche zu lenken. »Der Wille ist der Mannschaft nicht abzusprechen. (...) Ich bin überzeugt, dass wir das hinkriegen.«

hba/sid